ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2014Ultraschalldiagnostik nicht vergessen!
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Ich meine, dass die Ultraschalldiagnostik des Thorax auf keinen Fall in der Diagnostik von Lungen- und Thoraxerkrankungen vergessen werden darf und einen festen Stellenwert nicht nur in der Diagnostik des Pleuraergusses besitzt.

Die transkutane Thoraxsonographie ist in der Detektion eines Pleuraergusses aussagekräftiger als die aufgeführten Methoden. Auch kann eine Septierung häufig besser als im Thorax-CT erkannt werden. Unter rechtlichen Aspekten denke man daran, dass eine Röntgen-Thoraxübersichtsaufnahme mit der alleinigen Fragestellung nach Pleuraerguss als Körperverletzung gewertet werden kann.

Auch bei peripheren thoraxwandständigen Lungen- und Pleuraerkrankungen zeigt die Sonographie Vorzüge gegenüber strahlenbelastenden beziehungsweise teureren Methoden. So haben größere Studien den Wert in der Diagnostik und in der Verlaufsbeurteilung von Pneumonien und peripheren Lungenembolien sicher belegt (1).

Die sonographisch gestützte Biopsie von thoraxwandständigen Veränderungen ist eine diagnostisch sichere, komplikationsarme und effektive Methode. Die signalverstärkte Sonographie zur Detektion vitaler Tumorareale für eine aussagekräftigere Biopsie nimmt an Bedeutung zu.

Die Intensiv- und Notfallmedizin ist ohne Ultraschalldiagnostik nicht mehr vorstellbar. Indikationen für weiterführende diagnostische Verfahren können damit sicherer gestellt werden (2).

Der Bundesverband der Pneumologen empfiehlt bei Kindern primär den Einsatz von Ultraschall am Thorax, Röntgenuntersuchungen nur in Zweifelsfällen.

Auf die Rolle des endoskopischen Ultraschalls kann ich hier nicht weiter eingehen. Erwähnt sei noch, dass mittels Ultraschall in einem Untersuchungsgang in der Lungenemboliediagnostik auch das Herz und die Beinvenen mit beurteilt werden können (3).

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0376a

Dr. med. Jörg-Carsten Kämmer

Arbeitskreis Thoraxsonographie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)

Klinik für Innere Medizin, St. Hedwig-Krankenhaus, Berlin

j.kaemmer@alexius.de

1.
Reißig A, Görg C, Mathis G: Transthoracic sonography in the diagnosis of pulmonary diseases: a systematic approach. Ultraschall Med 2009; 30: 438–54; quiz 455–6. CrossRef MEDLINE
2.
Volpicelli G, et al.: International evidence-based recommendations for point-of-care lung ultrasound. Intensive Care Med 2012; 38: 577–91. CrossRef MEDLINE
3.
Mathis G: Sonographie bei Lungenembolie: drei Fliegen auf einen Streich [Ultrasound in pulmonary embolism: killing three birds with one stone]. Pneumologie 2006; 60: 600–6. CrossRef MEDLINE
4.
Wielpütz, MO, Heußel CP, Herth FJF, Kauczor H: Radiological diagnosis in lung disease: Factoring treatment options into the choice of diagnostic modality. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 181–7. VOLLTEXT
1.Reißig A, Görg C, Mathis G: Transthoracic sonography in the diagnosis of pulmonary diseases: a systematic approach. Ultraschall Med 2009; 30: 438–54; quiz 455–6. CrossRef MEDLINE
2.Volpicelli G, et al.: International evidence-based recommendations for point-of-care lung ultrasound. Intensive Care Med 2012; 38: 577–91. CrossRef MEDLINE
3.Mathis G: Sonographie bei Lungenembolie: drei Fliegen auf einen Streich [Ultrasound in pulmonary embolism: killing three birds with one stone]. Pneumologie 2006; 60: 600–6. CrossRef MEDLINE
4.Wielpütz, MO, Heußel CP, Herth FJF, Kauczor H: Radiological diagnosis in lung disease: Factoring treatment options into the choice of diagnostic modality. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 181–7. VOLLTEXT

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