ArchivDeutsches Ärzteblatt20/1996Niedrige Prämien bei Privaten nutzen: Mehr Eigenleistung statt Vollkasko

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Niedrige Prämien bei Privaten nutzen: Mehr Eigenleistung statt Vollkasko

WZ; EX; rco

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LNSLNS Privat Krankenversicherte zahlen heute dreimal so viel an Prämien wie noch vor 15 Jahren. Das schrieb die Zeitschrift "impulse" in ihrer Januar-Ausgabe. Zugleich gab der Autor des Artikels Tips, wie privat Versicherte ihre Beiträge begrenzen können: durch Selbstbeteiligung oder den Wechsel zu anderen Tarifen. Vor Discount-Tarifen sei aber zu warnen.
Eigenleistung statt Vollkasko – so heißt die Devise. Je höher die Selbstbeteiligung des Versicherten, desto niedriger ist seine Prämie. Am wenigsten zahlt, wer eine möglichst hohe Eigenleistung vereinbart und ein Jahr lang nicht ins Krankenhaus, zum Arzt oder Zahnarzt muß. Dem "impulse"-Artikel zufolge sollte die Police jedoch alle drei Jahre überprüft und dem Einkommen angepaßt werden: Steigen die Einkünfte des Versicherten, kann er auch die Selbstbeteiligung erhöhen.


Wechsel zu neuen Tarifen
Seit 1994 können auch Altkunden von neuen, günstigeren Tarifen profitieren – vorausgesetzt, es handelt sich um "andere Tarife mit gleichartigem Versicherungsschutz". Das schreibt Paragraph 178 des Versicherungsvertragsgesetzes vor. Nicht erlaubt sind Risikoaufschläge für inzwischen aufgetretene Erkrankungen. Die Versicherung muß darüber hinaus die bereits angesparten Altersrückstellungen ihres Kunden zu dessen Gunsten bei der Beitragsfestsetzung anrechnen. Falls das Unternehmen den Wechsel verweigert, rät "impulse" zur Beschwerde beim Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen (PF 15 02 80, 10664 Berlin).
Einen Überblick über die verschiedenen Tarife der einzelnen Versicherungen geben Makler. Geld kann man aber auch sparen, wenn man den Umfang seines Schutzes überprüft: Ein 45jähriger Mann etwa zahlt für ein Ein-Bett-Zimmer 2 974 DM Jahresbeitrag, für einen Platz im Zwei-Bett-Zimmer 2 219 DM. Ersparnis: 755 DM. Eine gleichaltrige Frau spart sogar 1 144 DM (Beispiel nach Tarifen der Colonia). Wer sich für Zahnarztbesuche weniger erstatten läßt, kann seine Prämie ebenfalls um einiges senken; ebenso, wer sich möglichst lange als Schüler oder Student versichern läßt. Bei den Studentenverträgen gibt es keine Rücklagen fürs Alter. Hat der Versicherte aber sein Studium abgeschlossen und startet ins Berufsleben, kann er ohne Gesundheitsprüfung in den Normaltarif wechseln.
Die Möglichkeit zu sparen haben auch Versicherte, die aus dem Beruf in den Ruhestand wechseln. Sie erhalten von "impulse" den Rat, ihre Tagegeldversicherung so schnell wie möglich zu kündigen. Die Versicherung zahle nur den tatsächlichen Verdienstausfall; Ruheständler erhielten deshalb auch bei längerer Krankheit kein Geld. Wer noch mitten im Berufsleben steht, sollte seine Tagegeldversicherung zwar behalten. Günstig kann es aber sein, die Zahlungen des Versicherers nach Krankheitsdauer zu staffeln und zum Beispiel das Tagegeld nicht vom ersten Tag an in voller Höhe zu beanspruchen.
"impulse" gibt schließlich gerade jüngeren Versicherten noch einen Rat: Das Geld, das man als Privatversicherter im Vergleich mit der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung spare, solle man gewinnbringend anlegen. So könne man späteren Beitragserhöhungen gelassener entgegensehen. EX


Auf Weg zur Bibliothek versichert – Studenten sind in der Universitätsbibliothek und auf dem Weg dorthin unfallversichert – auch wenn sie kein Buch ausleihen. Das entschied das Bundessozialgericht in Kassel in einem Urteil (Az.: 2 RU 45/94). Das Gericht gab einer Münchener Mathematik-Studentin recht, die auf dem Rückweg von einer Bibliothek mit dem Auto verunglückte und für mehrere Wochen ins Krankenhaus mußte. rco


Kran­ken­ver­siche­rung für Reise nach Rumänien erforderlich – Seit dem 1. Januar 1996 ist das Sozialabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Rumänien aufgrund einer Kündigung von Rumänien aufgehoben worden. GKV-Versicherte haben dort keinen Kran­ken­ver­siche­rungsschutz mehr. Der vorherige Abschluß einer Auslandsreisekrankenversicherung ist also dringend zu empfehlen, teilt der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung mit.
Klärungsbedürftig sei derzeit auch die Frage nach einem Kran­ken­ver­siche­rungsschutz bei einer Rei-se nach Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien, da das ehemals mit Jugoslawien bestehende Sozialabkommen noch keine Nachfolgeregelung gefunden habe. WZ


Rente für zwei – Auf dem Versicherungsmarkt gibt es neuerdings die "Rente für zwei", bei der die Leben zweier Personen gleichberechtigt in einem Vertrag abgesichert sind. Wie die Aachener und Münchener Lebensversicherungs AG mitteilte, übernimmt die Versicherung beim Tod des einen Partners die Beitragszahlungen des anderen. Dieser erhalte 75 Prozent der ursprünglich für zwei Personen vereinbarten Altersrente. Die Rente werde bis zum Lebensende, mindestens aber bis zum Ablauf der Rentengarantiezeit ausgezahlt. rco

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