ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2014Peter Bamm: Eigene Erfahrungen
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Für das Buch über den Einsatz des militärischen Sanitätsdienstes im Zweiten Weltkrieg erhielt der Chirurg aus dem Berliner Wedding alias Peter Bamm die Paracelsus-Medaille der Deutschen Ärzteschaft. „Die unsichtbare Flagge“ ist auch für die heutige Ärztegeneration lesenswert. Die Schilderung eines „harmonischen Zusammenlebens mit der russischen Landbevölkerung“, die dem Verfasser des Artikels Christof Goddemeier „bei aller Ehrlichkeit heute schwer nachvollziehbar“ erscheint, kann ich aus meiner Erfahrung als 19-jähriger Sanitätssoldat und Angehöriger der Ärztlichen Akademie der Luftwaffe nur bestätigen: Wir lagen 1944 in einem Dorf an der Rollbahn nach Smolensk, unsere Unterbringung erfolgte auf Strohmatten in den Wohnzimmern der Bauernhäuser – gemeinsam mit den Hausbewohnern. Abends stiegen die Familien über uns auf den Kamin – ihre gewohnte Schlafstätte.

In der Sprechstunde des Truppenarztes fanden sich auch Frauen mit ihren Kindern und ältere Männer ein und wurden – kostenlos – mitbehandelt. Ich sehe heute noch die Tränen in den Augen von Hausbewohnern, als wir wegen der heranrückenden sowjetischen Truppen das Dorf verlassen mussten.

Dr. med. Heinz Josef Massenkeil, 41239 Mönchengladbach

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