ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2014Organtransplantation: Wissenschaftliche Diskussion angezeigt und überfällig
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Professor Banas wird in diesem Artikel zu den „verschiedenen Interpretationen des Begriffs Dialyse“ im Spannungsfeld der MELD-Allokation bei der Lebertransplantation zitiert. Seine Aussage, „dass Albumin-Dialysesysteme wie MARS keine der Hämodialyse äquivalenten Nierenersatzeffekte haben und anders als vereinzelt postuliert in diesem Kontext nicht mit Dialyse gleichgesetzt werden könnten“ ist wissenschaftlich nicht korrekt. So können zum Beispiel mittels einer MARS-Behandlung dialyse-adäquater Volumenentzug, Entgiftung und Ausgleich des Säure-Base-Haushalts realisiert werden. Die Diskussion ist insofern bedeutsam, als dass es bis heute keine Evidenz dafür gibt, dass die klassischen Nierenersatzverfahren die Entwicklung eines prognostisch fatalen Nierenversagens beim Leberversagen verzögern oder gar aufhalten können. Im Gegensatz hierzu gibt es jedoch Hinweise, dass der frühzeitige Einsatz des MARS-Verfahrens bei Nierenfunktionseinschränkungen beim Leberversagen für den Patienten von Nutzen sein kann. So kann die Behandlung unter anderem zu einer hämodynamischen Stabilisierung und zur Verbesserung der renalen Perfusion führen. Jedenfalls sollten die alternativen Behandlungsformen für kombiniertes Nieren- und Leberversagen als potenziell hilfreich wahrgenommen und besprochen werden. Eine wissenschaftliche Diskussion bezüglich der bestmöglichen extrakorporalen Therapie bei leberversagens-assoziiertem Nierenversagen ist angezeigt und überfällig. Dies ist auch gerade wegen der politischen Diskussionen zur korrekten MELD-Allokation bedeutsam. In den Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer kann man hierzu bisher keinerlei Kommentierungen nachlesen.

Literatur beim Verfasser

Prof. Dr. med. Steffen Mitzner, Universitätsmedizin
Rostock, Zentrum für Innere Medizin, Klinik II,
18057 Rostock

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