ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2014Internistenkongress: Das Bild wird getrübt
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Mit Lob wird die große Studie zum Thema „. . . verminderte Kalorienzufuhr mit Ernährungsberatung und einer Motivation zu körperlicher Bewegung . . .“ von Bischoff et al. dargestellt, in die 8 296 adipöse Patienten (BMI > 30 kg/m2) eingeschlossen waren, die mit Hilfe eines auf 52 Wochen angelegten Gewichtsreduktionsprogramms (Optifast®) behandelt wurden. Die Ergebnisse sind auf den ersten Blick beeindruckend: Frauen verloren innerhalb eines Jahres 15,2 Kilogramm und Männer 19,4 Kilogramm an Gewicht. Der Bauchumfang verminderte sich im Mittel um elf Zentimeter usw.

Wenn man sich die Originalarbeit (Bischoff SC, Damms-Machado A, Betz C et al.: Multicenter evaluation of an interdisciplinary 52-week weight loss program for obesity with regard to body weight, comorbidities and quality of life – a prospective study. International Journal of Obesity 2012; 36: 614–24) ansieht, dann wird das Bild etwas getrübt. Es existiert keine Kontrollgruppe ohne die massive Intervention . . .

In der Studie von Bischoff sind 42 Prozent der ursprünglich eingeschlossenen Patienten innerhalb eines Jahres aus unterschiedlichen Gründen vorzeitig ausgeschieden, so dass sich die „per Protokoll-Analyse“ auch nur auf 4 850 Patienten beziehen konnte.

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Die Analyse der Nachbeobachtung über weitere zwei Jahre erfolgte nur noch an kleinen Subgruppen – hinsichtlich der Körpermasse nur noch an 301 Patienten, bei denen die Gewichtsabnahme im Mittel nur noch 5,9 Kilogramm betrug, und hinsichtlich der Lebensqualität an 250 Patienten. Dadurch wird die Aussagekraft erheblich eingeschränkt.

Prof. Dr. Frank P. Meyer,
39164 Wanzleben-Börde

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