ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2014Ärztliche Kommunikation: Erkenntnis und Selbsterkenntnis

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Ärztliche Kommunikation: Erkenntnis und Selbsterkenntnis

Dtsch Arztebl 2014; 111(22): A-1016 / B-866 / C-820

Jonitz, Günther

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Jede Begegnung zwischen Arzt und Patient – auch auf höchstem medizinischem Niveau – ist eine Begegnung zweier Menschen. Um als Arzt die richtige Diagnose stellen zu können und die Therapie bestmöglich zur eigenen Sache des Patienten zu machen, ist eine gute Kommunikation wichtigste Voraussetzung. Früher blieb dieses mehr oder weniger dem Zufall überlassen, ob man als Arzt in der Lage ist, dem Patienten tatsächlich zuzuhören und medizinische und ärztliche Inhalte so zu kommunizieren, dass sie verstanden und verinnerlicht werden.

Dies ist jetzt anders. Kommunikation kann man lernen. Einen besonders wertvollen Beitrag liefert das Buch von Prof. Wolfgang Kölfen. Im Hauptberuf ist er Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche der Städtischen Kliniken Mönchengladbach. Daneben ist er gerngesehener Referent und Fachmann zum Thema „Kommunikation“. Auch wenn dieses Buch an eine spezielle Zielgruppe adressiert ist, ist es doch für alle klinisch Tätigen in dem Beruf wertvoll: Gerade weil die Gesprächssituation mit Kindern und Jugendlichen, aber nicht selten auch mit deren Eltern in hohem Maß von nonverbalen Komponenten geprägt ist, ist es wichtig, sich darüber im Klaren zu sein und bewusst und gezielt damit umzugehen. Ohne Empathie erreicht man seine Patienten nicht. Fachinformationen und Rationalität alleine sind eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch.

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In zehn Kapiteln, beginnend mit „einer Gebrauchsanleitung, die Sie ausnahmsweise lesen sollten“, umfasst dieses Buch praktisch alle Aspekte des Arzt-Patienten-Kontaktes: Körpersprache, Grundlagen verbaler Kommunikation, die wichtigsten Handwerkszeuge der ärztlichen Gesprächsführung, auch das Thema der ärztlichen Haltung, der besonderen Rolle der Eltern und typische, besonders schwierige Situationen der ärztlichen Gesprächsführung. Das Buch ist sauber gegliedert, mit zahlreichen Praxisbeispielen, Fotos und übersichtlichen Abbildungen. Es macht Spaß, es zu lesen, von vorne nach hinten, aber auch einfach, indem man mittendrin einsteigt. Man liest sich fest.

Dieses Buch ist eine große Hilfe. Es fördert nicht nur das Wissen über unterschiedliche Gesprächsebenen, sondern auch über die eigene innere Haltung. Erkenntnis und Selbsterkenntnis nehmen gleichermaßen zu und damit Freiheit und Möglichkeiten der Berufs- und Lebensgestaltung.

„Reden hilft!“, „Zuhören“ auch. Mit diesem Buch ist man bei beidem auf der richtigen Seite. Günther Jonitz

Wolfgang Kölfen: Ärztliche Gespräche, die wirken. Springer, Berlin 2013, 344 Seiten, kartoniert, 34,99 Euro

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