ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2014Gisela Albrecht: Für unabhängige Fortbildungen

PARACELSUS-MEDAILLE

Gisela Albrecht: Für unabhängige Fortbildungen

Dtsch Arztebl 2014; 111(22): A-1019 / B-869 / C-822

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. med. Gisela Albrecht (70) engagiert sich als Geschäftsführerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin mit vollem Einsatz für die ärztliche Fortbildung. Foto: Georg J. Lopata
Dr. med. Gisela Albrecht (70) engagiert sich als Geschäfts­führerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin mit vollem Einsatz für die ärztliche Fort­bildung. Foto: Georg J. Lopata

Dr. med. Gisela Albrecht (70) engagiert sich als Geschäftsführerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin mit vollem Einsatz für die ärztliche Fortbildung.

Das medizinische Wissen entwickelt sich rasant. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass sich Ärztinnen und Ärzte regelmäßig fortbilden. Für Dr. med. Gisela Albrecht ist das lebenslange Lernen ein wichtiges Anliegen. Die ehemalige Chefärztin für Dermatologie im Vivantes-Klinikum Spandau ist seit 2009 ehrenamtliche Geschäftsführerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen in Berlin. Sie steht für inhaltlich anspruchsvolle Fortbildungen zu moderaten Kosten und unabhängig von der Pharmaindustrie.

Anzeige

Gisela Albrecht wurde am 12. Februar 1944 in Göttingen geboren. Nach der Abiturprüfung in Bremen war an ein Studium der Medizin zunächst nicht zu denken – und zwar aus finanziellen Gründen. Ihr Vater war früh gestorben und ihre Mutter schwer chronisch krank. So begann sie zunächst eine Ausbildung zur Krankenschwester. Gefördert vom Evangelischen Studienwerk Villigst studierte sie dann schließlich von 1966 bis 1972 in Würzburg, Wien, Heidelberg und München.

Nach Studium, Promotion und Medizinalassistentenzeit trat sie eine Stelle in der Hautklinik und Poliklinik im Klinikum Steglitz der Freien Universität Berlin an. 1977 erwarb sie die Facharztbezeichnung für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Danach erhielt sie eine zeitlich befristete Assistenzprofessur mit der Funktion einer Oberärztin, ab 1981 eine unbefristete Stelle. 1983 wurde ihr ein Stipendium an der Universität in Dallas, Texas, USA, zuerkannt, wo sie lehrte und sich gleichzeitig in Dermatohistopathologie ausbilden ließ.

Kurz nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde sie im Oktober 1984 Chefärztin der Abteilung für Dermatologie im Klinikum Spandau, Berlin. Damit war sie die erste Frau, zumindest in Westdeutschland, die eine solche Führungsposition in der Dermatologie innehatte. Die Hautklinik in Spandau entwickelte sich in den 25 Jahren ihrer Leitung zu einer modernen und zukunftsfähigen Einrichtung, die weit über die Grenzen Berlins hinaus bekanntwurde.

1990 wurde Albrecht zunächst stellvertretende, 2001 dann Ärztliche Leiterin des Klinikums Spandau, das wenig später mit allen städtischen Krankenhäusern in Berlin in der Vivantes GmbH zusammengefasst wurde. Nach ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2009 war sie noch dreieinhalb Jahre in der ambulanten Versorgung in einem Hautarztzentrum in Berlin-Tegel tätig.

Albrecht engagierte sich auch in wissenschaftlichen Fachgesellschaften. So war sie von 1992 bis 2009 Vorstandsmitglied der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Darüber hinaus bekleidete sie das Amt der Generalsekretärin der Deutschen Dermatologischen Akademie. Von 1988 bis 1990 sowie von 2003 bis 2005 fungierte sie außerdem als Präsidentin der Berliner Dermatologischen Gesellschaft (BDG).

Ihren Weitblick stellte sie zu Zeiten der politischen Wende unter Beweis. Zwei Tage nach dem Mauerfall 1989 veranstaltete die BDG eine Tagung am Rudolf-Virchow-Klinikum. Weil es damals keine Telefonverbindung von West- nach Ost-Berlin gab, beauftragte Albrecht zwei Mitarbeiter damit, umgehend Einladungen in die Charité zu bringen. So fand erstmals seit der Teilung der Stadt spontan eine Begegnung zwischen den Dermatologen aus beiden Teilen Berlins statt. Ein Jahr später veranstalteten beide dermatologischen Gesellschaften – aus Ost und West – eine gemeinsame Tagung mit dem Zweck des Zusammenschlusses.

Ein besonderes Anliegen war ihr die Förderung von Dermatologinnen bei der Übernahme von Führungsaufgaben. Im Jahr 2000 gründete sie dazu den Verein „Frauen in der Dermatologie“, deren Präsidentin sie viele Jahre war.

Als Geschäftsführerin der Kaiserin-Friedrich-Stiftung hat sie viele Akzente gesetzt und neuen Schwung in die Stiftung gebracht. Sie initiierte unter anderem kostenfreie Kursangebote für ausländische Ärzte. Besonders am Herzen liegen ihr die Wiedereinsteiger-Seminare für Ärztinnen und Ärzte nach berufsfreiem Intervall. Von überregionaler Bedeutung sind außerdem die Symposien für Ärzte und Juristen, die regelmäßig stattfinden.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema