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Dtsch Arztebl Int 2014; 111(23-24): 424; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0424b

Rundshagen, Ingrid

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Herr Hofmeister weist auf einige kürzlich erschienene Publikationen zur Assoziation von Biomarkern (Interleukin 6, S100β Protein, Cortisol etc.) und POCD hin. Trotz der wissenschaftlich sehr interessanten Ansätze ist aus meiner Sicht bisher keiner der genannten Marker als klinisches Screeninginstrument geeignet. Ein präoperatives Screeninginstrument ist wünschenswert, um Patienten mit erhöhtem Risiko für POCD zu identifizieren. In den genannten Publikationen sind präoperative Ausgangswerte häufig nicht erhoben worden; eine Definition eines kritischen Schwellenwertes somit bisher nicht möglich. Für ein postoperatives Screening zur Verlaufsbeobachtung sind die Marker auf Grund großer inter- und intraindividueller Schwankungen und einer bisher nicht eindeutig definierten quantitativen Beziehung zu Ergebnissen kognitiver Funktionstests noch nicht geeignet.

Die zitierte Arbeit von Xie et al. unterstreicht die Bedeutung von subklinischen kognitiven Einschränkungen im Rahmen von demenziellen Entwicklungen und dem Auftreten von POCD. In der vorliegenden Publikation wurden die Biomarker aus dem Liquor gewonnen, was den Einsatz als präoperatives Routinescreening limitiert.

Trotz einer Vielzahl sehr interessanter Forschungsansätze zu POCD ist unser Wissen bisher unzureichend. Dieses gilt insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung möglicher therapeutischer Ansätze.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0424b

PD Dr. med. Ingrid Rundshagen

Gemeinschaftspraxis Brahmsallee

Hamburg

ingrid.rundshagen@charite.de

Interessenkonflikt

PD Dr. Rundshagen erhielt Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen von der Firma Abbott GmbH & Co. KG, heute AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG.

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Rundshagen I: Postoperative cognitive dysfunction. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 119–25. VOLLTEXT
1.Rundshagen I: Postoperative cognitive dysfunction. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 119–25. VOLLTEXT

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