ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2014Rupert Neudeck: Verfechter einer radikalen Humanität

PERSONALIEN

Rupert Neudeck: Verfechter einer radikalen Humanität

Dtsch Arztebl 2014; 111(23-24): A-1107 / B-951 / C-899

Spielberg, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Ruppert Neudeck, Foto: dpa
Ruppert Neudeck, Foto: dpa

„Ich möchte nie mehr feige sein. Cap Anamur ist das schönste Ergebnis des deutschen Verlangens, niemals wieder feige, sondern immer mutig zu sein.“ Nach diesem Leitmotiv hat der Gründer der Hilfsorganisation Cap Anamur, Dr. phil. Rupert Neudeck, über Jahrzehnte humanitäre Einsätze in der ganzen Welt organisiert und geleitet. Am 14. Mai wurde der gelernte Theologe und Journalist 75 Jahre alt.

Zu den wohl bekanntesten Einsätzen von Neudeck gehört die beherzte Rettung vietnamesischer Boots-Flüchtlinge aus dem südchinesischen Meer, aus der schließlich die Hilfsorganisation Cap Anamur erwuchs.

Anzeige

Ans Aufhören denkt der Vater von drei Kindern und fünf Enkeln noch nicht. Inzwischen konzentriert er sich aber vorrangig auf das Sammeln privater Spenden, über die sich Cap Anamur und ihre 2003 gegründete kleine Schwester „Grünhelme“ ausschließlich finanzieren.

Neudeck hat sich bei seiner Arbeit zeitlebens, wie er es selbst formuliert, einer „radikalen Humanität“ verschrieben und meint damit ein Engagement, das ohne Abstriche versucht zu helfen – „auch an den ausgelatschten Wegen der Politik vorbei“. Denn die Unabhängigkeit von Staat und Politik ist für den 75-Jährigen mit dem markanten Bart ein hohes Gut. Dabei hat er auch die Konfrontation mit der Politik nie gescheut.

Für sein Engagement erhielt Neudeck zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Der gebürtige Danziger lebt mit seiner Frau Christel, mit der er seit 44 Jahren verheiratet ist und die ihn bei seiner Arbeit zeitlebens unterstützt hat, in Troisdorf bei Bonn. Petra Spielberg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema