ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2014Ayse-Gül Schmidt: Großer Einsatz für Kinder mit Fehlbildungen

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Ayse-Gül Schmidt: Großer Einsatz für Kinder mit Fehlbildungen

Dtsch Arztebl 2014; 111(23-24): A-1107 / B-951 / C-899

Krüger-Brand, Heike E.

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Ayse-Gül Schmidt, Foto: Mathias Krohn
Ayse-Gül Schmidt, Foto: Mathias Krohn

Seit mehr als 15 Jahren engagiert sich Dr. med. Ayse-Gül Schmidt (62) beispielhaft für Kinder mit Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten. Die an der Berliner Charité, Campus Virchow-Klinikum tätige Fachärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat ein Verfahren entwickelt, das Neugeborene mit diesen angeborenen Fehlbildungen davor schützt, zu ersticken, und mit dem sich auch Saug- und Schluckstörungen behandeln lassen. Hierfür lässt die Ärztin in einem aufwendigen Verfahren in Zusammenarbeit mit Epithesen- und Zahntechnikern individuelle Gaumenplatten fertigen. Die Spaltbildungen können ab dem dritten Monat operiert werden, erfordern aber meist eine jahrelange Betreuung der Patienten.

Schmidt operiert jährlich 60 bis 100 Neugeborene und nimmt zusätzlich bei mehr als 200 Kindern die notwendigen Korrektureingriffe vor. Zudem unterstützt sie betroffene Eltern durch Aufklärungs- und Informationskampagnen. Selbst einen Großteil ihres Urlaubs nutzt die türkischstämmige Ärztin dazu, erkrankte Kinder in ärmeren Ländern, etwa in Indien und Vietnam, unentgeltlich zu operieren und über Jahre ärztlich zu betreuen.

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Für ihr herausragendes Engagement wurde die Chirurgin bereits 2004 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Am 15. Mai hat sie jetzt in Berlin den mit 25 000 Euro dotierten Preis der Klüh-Stiftung erhalten. Er soll die Forschungen der Ärztin zu „intrauterinem und postnatalem Wachstumsverhalten der Kiefer bei Kindern mit Pierre-Robin-Sequenz“ unterstützen. Heike E. Krüger-Brand

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