ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2014Randnotiz: Nur gucken, nicht anfassen

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Randnotiz: Nur gucken, nicht anfassen

Dtsch Arztebl 2014; 111(23-24): A-1035 / B-883 / C-835

Ollenschläger, Philipp

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Die European Medicines Agency (EMA) hatte im vergangenen Jahr angekündigt, künftig alle bei ihr eingereichten klinischen Studienberichte öffentlich zugänglich zu machen und so für mehr Transparenz über den Nutzen und Schaden von Arzneimitteln zu sorgen. So weit so gut.

Nun wurde allerdings bekannt, dass Wissenschaftler und andere Interessenten die Daten nur am Bildschirm betrachten dürfen. Es ist ausdrücklich verboten, sie herunterzuladen, abzuspeichern, zu bearbeiten, zu fotografieren, auszudrucken oder zu verteilen. Mit anderen Worten: Es dürfte fast unmöglich sein, mit den Daten zu arbeiten.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) kritisierte aus diesem Grunde, dass Nutzenbewertungen von Arzneimitteln, für die mitunter mehrere Tausend Seiten an Dokumenten analysiert werden müssen, nicht durchführbar seien. Man müsse die Daten extrahieren, zusammenführen und gemeinsam auswerten, heißt es seitens des IQWiG.

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Das IQWiG hat als Reaktion auf die neuen Richtlinien eine Twitterkampagne gestartet, die darstellen soll, was dies für die tägliche Arbeit des Instituts bedeutet. Auf einem Bild ist zum Beispiel ein Mitarbeiter zu sehen, der vor zehn verschiedenen Bildschirmen hockt, als Arbeitshilfe dient ihm eine Lupe. Ein weiteres Bild verfremdet die Darstellung der drei Affen, die entweder nichts sehen, nichts hören oder nichts sagen. Der Kommentar: „Three wise monkeys – see no data, hear no data, speak no data.“

Das IQWiG hat jetzt alle Wissenschaftler, die ebenfalls von der neuen Richtlinie betroffen sind, aufgefordert, sich an der Kampagne zu beteiligen.

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