ArchivDeutsches Ärzteblatt23-24/2014Kurzporträt: Ältester Delegierter

DEUTSCHER ÄRZTETAG

Kurzporträt: Ältester Delegierter

Dtsch Arztebl 2014; 111(23-24): A-1054 / B-903 / C-853

Protschka, Johanna

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Rüdiger O. Fritz auf dem 117. Ärztetag in Düsseldorf. Er ist Delegierter der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Foto: Lajos Jardai
Rüdiger O. Fritz auf dem 117. Ärztetag in Düsseldorf. Er ist Delegierter der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Foto: Lajos Jardai

Also, diese vielen Wiederholungen und das „Gequatsche“ auf dem Ärztetag nerven ihn schon manchmal. Dr. med. Rüdiger O. Fritz, Jahrgang 1933, ältester Delegierter auf dem 117. Ärztetag, seit 1977 berufspolitisch aktiv und von 1989 bis 1993 Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, sagt es mit einem Seufzer: „Man könnte hier schon manches kürzer fassen, aber das sind eben die Schwachstellen eines demokratischen Systems.“ Fritz hat seit 1986 an mehr als zehn Ärztetagen teilgenommen und interessiert sich nach wie vor für die berufspolitischen Belange der Ärzteschaft. Er sieht vor allem künftig die Patientenversorgung in Gefahr: „Ganze Landstriche sind schlecht versorgt, das bewegt mich sehr. Auch wenn manch einer vielleicht meint, das müsste es in meinem Alter nicht mehr.“

Zur Berufspolitik kam Fritz, der bis 1999 niedergelassener Dermatologe war, weil er unter anderem von Kollegen dazu ermutigt wurde. Er habe sich in jungen Jahren für die Neuregelung des Notdienstes in Dortmund eingesetzt und sich an einer Diskussion beteiligt: „Da kamen andere auf mich zu und sagten: Das kannst du aber gut. Und ich dachte: Ja, das mach ich eigentlich auch ganz gerne.“ Auf die Frage, welcher Ärztetag ihm besonders im Gedächtnis geblieben ist, sagt Fritz, dass der 96. Ärztetag in Dresden unter anderem für ihn sehr eindrucksvoll war. Es war der erste Ärztetag, der in einem neuen Bundesland stattfand. Man habe den Kollegen was von Weiterbildung und Rentenversorgung durch die berufsständischen Versorgungswerke erzählt: „Das war ja alles ganz neu für die Kollegen. Die Stimmung war gut.“

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Da er nunmehr keine spezielle Gruppe vertreten müsse, könne er sich jetzt ganz darauf konzentrieren, sich ganzheitlich für die Belange seines Berufsstandes zu engagieren. Das könne man auch in einem hohen Alter tun, wenn man Lust dazu hat, sagt der Einundachtzigjährige.

Johanna Protschka

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