ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2014Randnotiz: Fußball, Gewalt und Alkohol

AKTUELL

Randnotiz: Fußball, Gewalt und Alkohol

PP 13, Ausgabe Juni 2014, Seite 245

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Oberen in Brasilien tun viel, um es der FIFA, dem Weltfußballverband, recht zu machen. Sie geben Milliarden für die Modernisierung und den Bau neuer Fußballstadien aus, um die Weltmeisterschaft (WM) austragen zu können. Kein Land habe mehr für eine WM aufgewendet, berichtete der „Spiegel“ (Heft 20/2014). Finanziert wurde aus Steuergeldern, die gleichzeitig für Existenzielles wie Gesundheit, Bildung, eine funktionierende Kanalisation und eine geregelte Müllabfuhr fehlen. Korruptionsvorwürfe gegenüber Politikern tun ihr Übriges, um den Unmut der Bürger über ihre Lebensverhältnisse mit der Wut auf die FIFA zu vermischen – verständlich. Demonstrationen und gewalttätige Ausschreitungen werden vermutlich weiter zunehmen, je näher die WM rückt.

Alkohol berauscht, enthemmt und führt leichter zu Gewalt. Bei Massenveranstaltungen wie Fußballspielen kann das leicht außer Kontrolle geraten. Brasilien hat deshalb seit 2003 ein Verkaufs- und Mitbringverbot für alkoholische Getränke in Stadien. Weil die FIFA Sponsoreneinnahmen gefährdet sah, habe sie die Regierung dazu gedrängt, dieses sinnvolle Sicherheitsgesetz während der WM auszusetzen, kritisiert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Mit der „World Cup Law“ machte der brasilianische Kongress den Weg für den Verkauf von Alkohol in Stadien frei. Dies sei ein gesundheits- und sicherheitspolitischer Skandal, so die DHS. Sie appelliert an die Fußballfunktionäre umzudenken.

Es wird viel schmieriges Geld für diese World Cup Law in diverse Taschen geflossen sein. Gegen massive Wirtschaftsinteressen und korrupte Politiker richtet ein zaghafter Appell leider gar nicht aus.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema