ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2014KBV: Selbstbeschädigende Werbung
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Jetzt reicht es! Fand ich die bisherige Werbekampagne der KBV für das Image der Ärzte und Psychotherapeuten ohnehin schon fragwürdig, so hat sie mit dem Slogan: „Ich bin ein Qualitätsprodukt“ echt eine rote Linie überschritten. Das ist peinlich, beschämend, entwürdigend. Es stellt mich mit meinem Beruf auf die gleiche Ebene von Leberwurst, Waschmittel oder Handy. Ich bin verärgert und fassungslos darüber, dass Begrifflichkeiten, die in erster Linie in ökonomischen Verwertungszusammenhängen bedeutsam sind, hier unreflektiert übernommen werden. Hier spiegelt sich wider, wie sehr die Macht und die Ideologie der Konsumokratie das Bewusstsein und die Sprache beeinflussen. Wenn es einer Werbeagentur mit dem Namen „Ressourcenmangel“ an Einfühlungs- und Reflexionsfähigkeit mangelt, dann überrascht mich das nicht, wenn aber die ärztlichen und psychotherapeutischen Kollegen, die diesen Slogan letztlich zugelassen haben, nicht merken, was sie da tun, dann finde ich das erschreckend.

Für mich ist diese „Werbung“ eine Selbstbeschädigung. Grundsätzlich gilt: Es ist segensreich, sich darauf zu konzentrieren, eine gute Arbeit zu machen; es ist verhängnisvoll, sich darauf zu konzentrieren, ein gutes Image zu haben.

Dr. Peter-Michael Bublitz, Psychologischer
Psychotherapeut, Osnabrück

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