ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2014The European Fine Art Fair: Die weltweit beste Altmeistermesse

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The European Fine Art Fair: Die weltweit beste Altmeistermesse

PP 13, Ausgabe Juni 2014, Seite 277

Jaeschke, Helmut

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Bereit der Preview-Tag lockte mehr als 10 000 Sammler in die Messehallen, aber ob die Erfolgsgeschichte der TEFAF weitergeht, ist unsicher.

Die Tageskarte für 55 Euro ist nicht eben preiswert, in jedes Museum kommt man günstiger, dafür kann man auf der weltweit besten Altmeistermesse ja auch noch Kunst kaufen, versprechen die Veranstalter. Doch das ist nur bedingt richtig. Die Preise für Altmeisterkunst gehen stetig nach oben, unabhängig von politischen oder Finanzkrisen, so dass dem Normalverdiener doch nur das staunende Zuschauen bleibt. Als Alternative könnte man sich bei den Galerien mit aktueller Kunst umschauen, doch da wird man auf der „The European Fine Art Fair“ (TEFAF) Maastricht in diesem Jahr enttäuscht. Mehrere der Topgalerien für aktuelle Kunst haben sich diesmal von der Messe verabschiedet.

Die Reputation der TEFAF basiert auf dem unvergleichlichen Angebot flämischer und holländischer alter Meister. Foto: Gerda Jaeschke
Die Reputation der TEFAF basiert auf dem unvergleichlichen Angebot flämischer und holländischer alter Meister. Foto: Gerda Jaeschke
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Als Käufer ist so mancher dieser Galeristen dann aber doch auf der Messe präsent, der Galerist, der die Gewinne aus seinem Geschäft mit zeitgenössischer Kunst in „Alten Niederländern“ anlegt, ist kein Einzelfall, und wie man hört, sammelt so mancher Malerstar arrivierte Altmeisterkunst oder zumindest klassische Moderne und verlässt sich nicht allein auf die Wertsteigerung seiner eigenen Werke. Die Reputation der TEFAF basiert auf dem unvergleichlichen Angebot flämischer und holländischer alter Meister. Diesmal lockt, korrespondierend zur üppigen Frühlingsblumendekoration auf der Messe, das Bild „Frühling“ von Pieter Breughel dem Jüngeren in seinen exquisiten Ausstellungsraum. Gleich zwei Stände weiter präsentiert Dickinson, London, ein weiteres Highlight: die „Moulin de la Galette“ von Vincent van Gogh aus dem Jahr 1887. Das Bild hat eine bewegte Geschichte. Nach dem Tod Vincent van Goghs 1890 ging es in den Besitz seines Bruders Theo über, danach gehörte es unter anderem jenem Milliardär, der Ian Fleming zu seinem Schurken „Goldfinger“ inspiriert haben soll. Das Werk soll mindestens zehn Millionen englische Pfund kosten.

Art Basel Hongkong und Messe Fine Art Asia

Laut Angaben der Messeleitung lockte bereits der Preview-Tag mehr als 10 000 Sammler aus der ganzen Welt in die Messehallen, und der Umsatz war vorwiegend in der Rubrik Antiquitäten reichlich vorhanden. Dieser Bereich ist mit 101 Ausstellern traditionell der größte der 265 diesmal auf der Messe vertretenen Kunsthändler.

Ob die Erfolgsgeschichte der TEFAF allerdings stetig weitergeht, ist nicht sicher. Die Pläne einer Satellitenmesse in Peking sind vorerst gescheitert, und zudem drängen andere Messen in den begehrten chinesischen Markt. Die Art Basel Hongkong wirbt um chinesische Käufer, zwar nicht mit Altmeister-Kunst, aber mit klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst, und die Messe Fine Art Asia vom 4. bis 7. Oktober in Hongkong deckt viele Bereiche ab, die auch die TEFAF anbietet. So mancher Händler könnte sich künftig entschließen, direkt zu den chinesischen Sammlern vor Ort zu gehen, zumal die von manchen Händlern beklagte aufwendige zehntägige Messepräsenz in Maastricht erst einmal durch Verkäufe verdient sein muss.

Die nächste TEFAF findet vom 13. bis 22. März 2015 statt. Informationen: www.tefaf.com

Dr. med. Helmut Jaeschke

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