ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2014Randnotiz: Fußball, Gewalt und Alkohol

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Randnotiz: Fußball, Gewalt und Alkohol

Dtsch Arztebl 2014; 111(25): A-1117 / B-961 / C-909

Bühring, Petra

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Die Oberen in Brasilien haben viel getan,um es der FIFA, dem Weltfußballverband, recht zu machen. Sie gaben Milliarden für die Modernisierung und den Bau neuer Fußballstadien aus, um die Weltmeisterschaft austragen zu können. Kein Land habe dafür mehr aufgewendet, berichtete der „Spiegel“ (Heft 20/2014). Finanziert wurde das aus Steuergeldern, die gleichzeitig für Existenzielles wie Gesundheit, Bildung, eine funktionierende Kanalisation und eine geregelte Müllabfuhr fehlen. Korruptionsvorwürfe gegenüber Politikern tun ihr Übriges, um den Unmut der Bürger über ihre Lebensverhältnisse mit der Wut auf die FIFA zu vermischen – verständlich. Demonstrationen und gewalttätige Ausschreitungen sind an der Tagesordnung während der Fußballweltmeisterschaft.

Alkohol berauscht, enthemmt und führt leichter zu Gewalt. Bei Massenveranstaltungen wie Fußballspielen kann das leicht außer Kontrolle geraten. Brasilien hat deshalb seit 2003 ein Verkaufs- und Mitbringverbot für alkoholische Getränke in Stadien. Weil die FIFA Sponsoreneinnahmen gefährdet sah, habe sie die Regierung dazu gedrängt, dieses sinnvolle Sicherheitsgesetz während der WM auszusetzen, kritisiert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Mit dem „World Cup Law“ machte der brasilianische Kongress den Weg für den Verkauf von Alkohol in Stadien frei. Dies sei ein gesundheits- und sicherheitspolitischer Skandal, so die DHS. Sie appelliert an die Fußballfunktionäre umzudenken.

Es wird viel schmieriges Geld für dieses World Cup Law in diverse Taschen geflossen sein. Gegen massive Wirtschaftsinteressen und korrupte Politiker richtet ein zaghafter Appell leider gar nicht aus.

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