ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2014Autobiografie: Beeindruckender Lebensweg

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Autobiografie: Beeindruckender Lebensweg

Dtsch Arztebl 2014; 111(26): [63]

Krannich, Hans-Walter

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In ihrer Autobiografie beschreibt Pamela Pabst ihren beeindruckenden Lebensweg zur erfolgreichen Strafanwältin in Berlin. Der ihr Leben rettende Sauerstoff hatte eine Retinopathie zur Folge, die zur Blindheit führte. Was es bedeutete, mit dieser Behinderung aufzuwachsen, sich in der für Sehende angelegten Welt nicht nur zurechtzufinden, sondern noch eine beachtliche Karriere zu machen, teilt sie mit. Sie beschreibt, wie sich ihre Lebensabschnitte Vorschule und Grundschule, geprägt von einem guten Miteinander und Akzeptanz, gestalteten. Dem Kapitel Gymnasium muss sie jedoch die Überschrift „Isolation statt Integration – sieben Jahre Schulhölle“ voransetzen.

Ihr eigentlicher Lebenstraum musste platzen, als sie vor dem ersten Juristischen Staatsexamen erfuhr, dass es nach geltender Rechtsprechung keine blinden Strafrichter geben darf. Somit blieb ihr noch die Berufsausübung als Strafverteidigerin. Mit einem zusätzlich erfolgreich absolvierten Fernstudium zur Erlangung des Fachanwaltstitels im Strafrecht erfüllte sich 2013 „ihr großer Traum ein klein wenig“: Sie ist zusätzlich Richterin am Berliner Anwaltsgericht.

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Pabst führt den Lesern vor Augen, wie sie sich in der Welt der Sehenden zu bewegen lernte. Pamela Pabst beschreibt insbesondere Probleme, die sich ihr in den Weg stellten, erfreuliche und unerfreuliche Begegnungen, Hilfsmittel und Erfahrungen, all das, was ihr für ihre „Botschaft“ wichtig zu sein scheint. Hat sie ihrem Buch doch ein Zitat Bill Clintons bei seinem Berlin-Besuch am 12. Juli 1994 vorangesetzt: „Nichts wird uns aufhalten. Alles ist möglich.“ Hans-Walter Krannich

Pamela Pabst, Shirley Michaela Seul: Ich sehe das, was ihr nicht seht. Hanser, Berlin 2014, 224 Seiten, gebunden, 17,90 Euro

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