ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2014Kindliche Gewaltopfer: Statistik lässt keine Entwarnung zu

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Kindliche Gewaltopfer: Statistik lässt keine Entwarnung zu

Dtsch Arztebl 2014; 111(26): A-1183 / B-1023 / C-967

Rieser, Sabine

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„Gewalt und sexueller Missbrauch an Kindern sind schwere Straftaten mit einem großen, teils lebenslang andauernden Schaden für die Opfer. So dürfen auch die in einigen Deliktsbereichen langfristig sinkenden Fallzahlen keine Entwarnung für uns sein.“ Mit diesen Worten hat der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, Mitte Juni aktuelle Daten zu kindlichen Gewaltopfern aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2013 vorgestellt.

4 051 Kinder wurden im Jahr 2013 Opfer körperlicher Misshandlungen. Die Dunkelziffer bei diesen Delikten ist hoch. Foto: Fotolia/bramgino
4 051 Kinder wurden im Jahr 2013 Opfer körperlicher Misshandlungen. Die Dunkelziffer bei diesen Delikten ist hoch. Foto: Fotolia/bramgino

Danach wurden im vergangenen Jahr 153 Kinder im Alter bis zu 14 Jahren getötet, in weiteren 72 Fällen lag ein Tötungsversuch vor. Vor rund zehn Jahren verzeichnete die Statistik noch 233 Tötungen und 85 Tötungsversuche. Die in der Kriminalstatistik erfassten Fälle des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischem Material stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf knapp 7 000 Fälle an. Die Dunkelziffer sei aber in allen Bereichen hoch, ergänzte Ziercke. Er verwies zudem darauf, dass bei Mord- und Totschlagsdelikten kleine Kinder unter sechs Jahren besonders häufig zu Opfern wurden.

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Der deutsche Kinderschutz gleiche trotz mancher Verbesserungen noch immer einem Flickenteppich, monierte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Kinderhilfe, Rainer Becker. Zur Verbesserung bedürfe es einheitlicher Fachstandards, gerechter Entlohnung sowie der Supervision und einer Entlastung von Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendhilfe. Wie man Misshandlung und Missbrauch erkenne und welche Handlungspflichten sich daraus ergäben, müsse „verpflichtender Teil der Aus- und Weiterbildung in allen kinder- und jugendspezifischen Berufen sein“, fordert der Verein. Rie

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