ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2014Unvollständige Darstellung
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Die insgesamt sehr gelungene Übersicht ist in einem, für nicht psychotraumatologisch Fachkundige wesentlichen, Punkt unvollständig. Die unvollständig genannten Kriterien für ein relevantes Trauma (A-Kriterium) erwecken beim unbefangenen Leser den Eindruck, dass nur „... (potenziell) lebensbedrohliche Ereignisse beziehungsweise mit schweren Verletzungen einhergehende äußere Ereignisse ...“ die Diagnose der PTBS nach DSM IV erlauben.

Dann könnte bei einer Patientin nach einer Vergewaltigung, die ohne erkennbare Tötungsabsicht und ohne schwere körperliche Verletzung verlief, oder bei einem Kind, das einen heftigen körperlichen Angriff auf seine Mutter erlebte, auch bei Erreichen aller übrigen Kriterien nach DSM IV keine posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) diagnostiziert werden.

Beide haben selbstverständlich die Diagnose einer PTBS, denn vollständig heißt es im DSM IV:

  • Die Person wurde mit einem traumatischen Ereignis konfrontiert, bei dem die beiden folgenden diagnostischen Kriterien vorhanden waren:

      – Die Person erlebte, beobachtete oder war mit einem oder mehreren Ereignissen konfrontiert, die tatsächlichen oder drohenden Tod oder ernsthafte Verletzung oder eine Gefahr der körperlichen Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer Personen beinhalteten.

      – Die Reaktion der Person umfasste intensive Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen. Bei Kindern auch aufgelöstes oder agitiertes Verhalten, beispielsweise Schreien, Wimmern, Erstarrung oder ungezielter Bewegungsdrang, Zittern, ängstlicher Gesichtsausdruck.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0488a

Dr. med. Roland Ebner

Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Deggendorf

Außenstelle des BKH Landshut

Perlasberger Straße 41, Deggendorf

ebner@degnet.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
American Psychiatric Association: Diagnostic and statistical manual of mental disorders. DSM-IV-TR. 4th edition, Text Revision. Washington DC; American Psychiatric Association 2000.
2.
Frommberger U, Angenendt J, Berger M: Post-traumatic stress disorder—a diagnostic and therapeutic challenge. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 59–65. VOLLTEXT
1.American Psychiatric Association: Diagnostic and statistical manual of mental disorders. DSM-IV-TR. 4th edition, Text Revision. Washington DC; American Psychiatric Association 2000.
2.Frommberger U, Angenendt J, Berger M: Post-traumatic stress disorder—a diagnostic and therapeutic challenge. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 59–65. VOLLTEXT

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