ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2014Glaukom: Erhöhter retinaler Venendruck ist ein Risikofaktor

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Glaukom: Erhöhter retinaler Venendruck ist ein Risikofaktor

Dtsch Arztebl 2014; 111(27-28): A-1258 / B-1082 / C-1026

Gerste, Ronald D.

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Glaukompatienten haben häufig keine spontane Venenpulsation. Als Ursache der Besonderheiten des zentralen retinalen Pulsationsdrucks (CRVPP) wird eine Verdickung der Venenwand mit Zunahme des Gefäßwiderstandes vermutet.

In einer Studie wurde der CRVPP bei 34 Patienten mit gut eingestelltem Intraokulardruck (IOD; ≤ 15 mm Hg) – nach Gesichtsfeldbefunden unterteilt in frühe, mittelgradige und fortgeschrittene Glaukome – mit dem CRVPP von 27 augengesunden Probanden mit vergleichbarem Blutdruck und Alter (70 Jahre) ermittelt.

Eine spontane Venenpulsation war bei 70 % der Kontrollpersonen und bei 46 % der Patienten mit frühem Glaukom, aber bei keinem Patienten mit mittelgradigen oder schweren Gesichtsfeldausfällen zu beobachten. Hämorrhagien an der Papille – ein Hinweis auf Progressionsgefahr – lagen bei keinem der Patienten mit frühem Glaukom, bei 9 % der Patienten mit mittelgradigem und bei 25 % der Patienten mit fortgeschrittenem Glaukom vor. Im CRVPP unterschieden sich die vier Subgruppen deutlich: Die Gesunden hatten einen durchschnittlichen Venenpulsationsdruck von 12,0 mm Hg, die Patienten mit beginnendem Glaukom einen CRVPP von 14,0 mm Hg, in den beiden anderen Gruppen lagen die Werte bei 38,9 und 34,6 mm Hg.

Fazit: Der retinale Venendruck entspricht nicht, wie es früher als Faustregel galt, ungefähr dem IOD: Bei Patienten mit mittelgradigem und fortgeschrittenem Glaukom kann der CRVPP um ein Mehrfaches höher sein als der Augeninnendruck. Ein erhöhter CRVPP ist ein Glaukomrisikofaktor.

Dr. med. Ronald D. Gerste

Pillunat KR, et al.: Central retinal venous pulsation pressure in different stages of primary open-angle glaucoma. Br J Ophthalmol 2014, e-pub ahead of print, doi: 10.1136/bjophthalmol-2014–305126

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