ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/20143 Fragen an . . . Prof. Dr. med. Christoph Reiners, Vorsitzender des IT-Ausschusses des VUD

POLITIK

3 Fragen an . . . Prof. Dr. med. Christoph Reiners, Vorsitzender des IT-Ausschusses des VUD

Dtsch Arztebl 2014; 111(27-28): A-1242 / B-1072 / C-1016

Flintrop, Jens

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der VUD fordert kurzfristig ein Förderprogramm des Bundes für die IT-Infrastruktur an den Uniklinika. Wie hoch sollte dieses ausfallen?

Reiners: Nach unseren Schätzungen hat jedes Uniklinikum einen ungedeckten finanziellen Mehrbedarf von fünf bis zehn Millionen Euro jährlich für seine IT-Ausstattung. Mit kurzfristigen Finanzhilfen alleine lösen Sie dieses Problem nicht. Entscheidend ist eine zwischen Bund und Ländern abgestimmte strukturelle Förderung der IT-Ausstattung der Uniklinika. Die Grundausstattung für die IT-Infrastruktur muss dauerhaft auf mindestens vier Prozent des Umsatzes der Uniklinika erhöht werden.

Anzeige

In welche Projekte sollte das Geld konkret fließen?

Reiners: Wir denken hierbei vor allem an die Schlüsseltechnologien, mit denen langfristig ein hohes Forschungspotenzial gesichert werden kann. Für die Medizininformatik ist dies vor allem der Umgang mit großen Datenmengen, also die Big-Data-Technologie. Moderne Bildgebungsverfahren, Biobanken und die Genomanalytik generieren enorme Datenmengen. Wir müssen in Technologien investieren, mit denen diese Datenmengen medizinisch nutzbar gemacht werden können, etwa für die personalisierte Medizin.

Sehen Sie Chancen, dass der Bund zusätzliches Geld zur Verfügung stellt?

Reiners: Ich erwarte sehr bald Vorschläge der Bundesregierung für konkrete Förderprogramme. Forschungsministerin Johanna Wanka hat den Start eines Aktionsprogramms Medizininformatik angekündigt. Auch im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung die Bedeutung des Themas für eine bessere Versorgungsforschung erkannt. Fragen: Jens Flintrop

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema