ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2014Tabakkonsum: Gegen Tabakwerbung und für höhere Steuern

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Tabakkonsum: Gegen Tabakwerbung und für höhere Steuern

PP 13, Ausgabe Juli 2014, Seite 292

dpa; Richter-Kuhlmann, Eva

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Knapp ein halbes Jahr nach ihrem Amtsantritt hat die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) einen neuen Anlauf für ein umfassendes Tabakwerbeverbot in Deutschland angekündigt. „Ein Tabakwerbeverbot auf Plakaten ist überfällig“, sagte Mortler in Berlin.

Tabakwerbung auf Plakaten und abends im Kino ist erlaubt. Im Fernsehen, in Zeitungen und Zeitschriften darf nicht mehr geworben werden. Foto: dpa
Tabakwerbung auf Plakaten und abends im Kino ist erlaubt. Im Fernsehen, in Zeitungen und Zeitschriften darf nicht mehr geworben werden. Foto: dpa

Bereits in der vergangenen Legislaturperiode gab es Bestrebungen für so ein Verbot, doch sie scheiterten unter anderem am Widerstand des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums. Während Zigarettenreklame in Fernsehen, Zeitschriften und Zeitungen nicht erlaubt ist, dürfen die Hersteller auf Plakaten und abends im Kino weiter werben. Ein Sprecher des Bundesernährungsministeriums sagte, in der Vergangenheit habe keine Einigkeit in der Frage geherrscht. Nun sei der aktuelle Vorschlag zu prüfen. Möglicherweise komme ein Verbot mit der Umsetzung der EU-Tabakproduktrichtlinie, die unter anderem größere Warnhinweise mit Bildern auf Packungen vorsieht.

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Gleichzeitig fordert die Deutsche Krebshilfe höhere Tabaksteuern, um mehr Menschen vom Rauchen abzuhalten. „Rauchen und Passivrauchen verursachen Krebs“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven. Obwohl dies wissenschaftlich belegt sei, würden zu wenige politische Maßnahmen ergriffen.

Für ein wirksames Präventionsinstrument hält Dr. rer. pol. Tobias Effertz von der Universität Hamburg die Tabaksteuern. Diese müssten aber deutlich spürbar sein. Er empfiehlt eine Erhöhung um mindestens 30 Prozent. Auch die Welt­gesund­heits­organi­sation geht davon aus, dass sich die Zahl der Raucher innerhalb von drei Jahren nach einer Steuererhöhung um 49 Millionen weltweit vermindern würde. Dies könne elf Millionen Leben retten. Vor allem junge Menschen könnten durch hohe Preise vom Rauchen abgehalten werden. dpa, ER

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