ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2014Einblicke: Hartmut Kraft (64), Psychoanalytiker, Kunstsammler, Ausstellungskurator und Autor

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Einblicke: Hartmut Kraft (64), Psychoanalytiker, Kunstsammler, Ausstellungskurator und Autor

PP 13, Ausgabe Juli 2014, U3

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Prof. Dr. med. Hartmut Kraft (64), Psychoanalytiker, Kunstsammler, Ausstellungskurator und Autor in Köln. Der Nervenarzt hat zahlreiche Bücher über Kunst, Ethnologie und Psychoanalyse geschrieben sowie die Texte zu den PP-Titelbildern, die Werke aus seiner Sammlung zeigen. Vor kurzem ist er zum Honorarprofessor an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn ernannt worden.

Foto: Murat Türemis [m]
Foto: Murat Türemis [m]

Sind Sie eher Psychoanalytiker oder Kunstsammler?

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Das gehört zusammen. Mein Zugang zur Kunst ist ein sehr spezifischer im Vergleich zu anderen Sammlern. Ich nehme psychische Aspekte von Kunstwerken sehr stark in den Blick und lasse mich davon ansprechen. Kunst und Beruf sollen bei mir nicht auseinanderdriften. Ich wollte nie ein Arzt sein, der sich am Feierabend mit Kunst beschäftigt.

Reagieren die Patienten auf die Vielfalt an Kunst in Ihrem Therapieraum?

Im allgemeinen nicht, vielleicht mal kurz zu Beginn. Die meisten nehmen die Kunstwerke nicht wahr. Wenn Sie dann nach vier Jahren Analyse dieses knallrote Bild von Ruprecht Geiger hier sehen und sagen, „das Bild ist aber neu“, weiß ich, sie gesunden. Die Kunst in diesem Raum dient in erster Linie dazu, eine Atmosphäre zu schaffen, in der ich mich wohlfühle.

Beziehen Sie Kunst in die Therapie mit ein?

Wenn jemand künstlerisch arbeitet, dann ermuntere ich, die Werke mitzubringen. Auch Analysepatienten stellen schon mal ein Bild an das Couchende, und dann schauen wir, was sich im Bild anderes als in Worten ausdrückt.

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