ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung Dünndarm-Kapselendoskopie zur Abklärung obskurer gastrointestinaler Blutungen (Dünndarm-Kapselendoskopie) nach § 135 Abs. 2 SGB V

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung Dünndarm-Kapselendoskopie zur Abklärung obskurer gastrointestinaler Blutungen (Dünndarm-Kapselendoskopie) nach § 135 Abs. 2 SGB V

Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1318 / B-1134 / C-1078

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Zum 1. Juli 2014 sind neue Gebührenordnungspositionen (GOP) zur Dünndarm-Kapselendoskopie in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen worden. Die Berechnung der GOP setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung (QS-V) Dünndarm-Kapselendoskopie gemäß § 135 Abs. 2 SGB V voraus.

Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hatte am 11. November 2010 beschlossen, die Kapselendoskopie des Dünndarms in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aufzunehmen. Sie ist seitdem als Nummer 16 in der Richtlinie „Methoden vertragsärztliche Versorgung“ aufgeführt. Die Inhalte der Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung orientieren sich an den Eckpunkten zur Qualitätssicherung nach § 2 des G-BA-Beschlusses (BAnz. Nr.17 [S. 374] vom 1. Februar 2011).

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Die fachliche Qualifikation für die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der Dünndarm-Kapselendoskopie gilt gemäß § 3 der QS-V als nachgewiesen, wenn die Berechtigung zum Führen der Facharztbezeichnung „Innere Medizin und Gastroenterologie“ oder „Kinder- und Jugendmedizin“ mit der Zusatzbezeichnung „Kinder-Gastroenterologie“ besteht. Zusätzlich gilt, dass Ärzte, die Kapseln applizieren, Auswertungen von Kapselendoskopie-Untersuchungen nachweisen müssen, die sie unter Anleitung vorgenommen haben. Alternativ können sie die Teilnahme an einem von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkannten Kapselendoskopie-Kurs nachweisen. Ärzte, die Kapselendoskopie-Untersuchungen auswerten, müssen 25 Auswertungen vorweisen. Sie müssen diese unter Anleitung eines zur Weiterbildung befugten Arztes durchgeführt haben. Auswertungen, die in einem Kapselendoskopie-Kurs durchgeführt wurden, können angerechnet werden.

Die technischen Anforderungen an das Kapselendoskopie-System (§ 4) beziehen sich auf Parameter wie Batterielebensdauer, Bildfrequenz und Bildwinkel. Als Nachweis, dass diese Strukturparameter erfüllt sind, legen Ärzte eine Herstellererklärung vor (§ 9 Abs. 5). Ist das nicht möglich, prüfen die Partner des Bundesmantelvertrages im Einzelfall, ob der G-BA-Beschluss das betreffende System umfasst.

Die organisatorischen Voraussetzungen (§ 5) beinhalten Regelungen zu Art und Umfang der Aufklärung des Patienten. Dies gilt insbesondere für die Vorbereitung der Untersuchung und Verhaltensanweisungen an den Patienten während der Kapselendoskopie. Ferner muss sichergestellt sein, dass der applizierende Arzt für den Patienten im Verlauf der Untersuchung erreichbar ist.

Die Anforderung zur Aufrechterhaltung der fachlichen Befähigung (§ 6) gilt nur für Ärzte, die Auswertungen der Kapselendoskopie durchführen. Diese Ärzte müssen mindestens zehn Auswertungen innerhalb eines Zeitraums von jeweils zwölf Monaten durchführen, um die Abrechnungsgenehmigung zu behalten.

Die Dokumentation (§ 7) umfasst Angaben zur Indikation, Anamnese und zu den Ergebnissen von Voruntersuchungen sowie einer Gastroskopie und Koloskopie, die zuvor obligat zu erfolgen haben. Ferner werden Informationen zu einem möglichst durchzuführenden Auslassversuch blutungsfördernder Medikamente sowie zu Hinweisen auf das weitere diagnostische oder therapeutische Vorgehen erfasst. In der Vereinbarung ist auch festgelegt, welche Informationen zwischen den applizierenden und den auswertenden Ärzten auszutauschen sind, und wie das Bildmaterial archiviert werden muss, falls der applizierende Arzt es nicht selbst auswertet.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der QS-Vereinbarung ist die verpflichtende Übermittlung einer Jahresstatistik (§ 8). Die Datenübertragung erfolgt ausschließlich durch die indizierenden und applizierenden Ärzte, denen nach § 7 Abs. 3 auch die Informationen der auswertenden Ärzte vorliegen. Die Datenerfassung und -übermittlung erfolgt in einem elektronischen Dokumentationsverfahren und ist in der Anlage 1 der Vereinbarung beschrieben.

Die Pflicht zur Erfassung der Daten für die Jahresstatistik ist mit einer gesonderten Frist geregelt und besteht erstmalig ab dem 1. April 2015. Die Abgabe der ersten Jahresstatistik ist somit am Ende des ersten Quartals 2016 fällig.

Die Übergangsregelung (§ 11) ermöglicht, dass innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach Inkrafttreten der Vereinbarung neben den unter § 3 genannten Ärzten auch Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt die Durchführung von Leistungen der Kapselendoskopie beantragen können, wenn sie gastroenterologisch tätig sind (gemäß Präambel 13.1 Nr. 4 des EBM) und bereits vor Inkrafttreten der QS-Vereinbarung entsprechende Leistungen erbracht haben.

Eine Information der Partner des Bundesmantelvertrages gemäß § 135 Abs. 2 Satz 8 SGB V findet sich in Kürze auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter http://www.kbv.de.

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