ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Handhygiene: Händedesinfektion nutzen
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Ich kann die Überlegungen von Herrn Flintrop in der oben genannten Randnotiz zum Verbot des Händeschüttelns in den Augusta-Kliniken Bochum und Hattingen gut nachvollziehen. Gerade in meinem Fachgebiet, der Psychiatrie, ist häufig der verbindliche Kontakt zum Patienten per Handschlag sehr wichtig, beispielsweise bei Absprachen im Sinne sogenannter Nicht-Suizid-Verträge. Andererseits sehe ich auch die Problematik der Keimübertragung, und hier gibt es ja entsprechende Studien, dass gerade die „Arzthand“ ein nicht zu vernachlässigendes Keimreservoir und -übertragungsvehikel darstellt.

Ich halte es persönlich so, dass ich Patienten in gezielten Gesprächssituationen, beispielsweise Kriseninterventionsgesprächen, Nachexplorationen am Aufnahmetag oder eben bei oben genannten Absprachen, sehr wohl die Hand gebe, dann aber mit vorheriger und nachfolgender Händedesinfektion. In Situationen, in denen eine Desinfektion nicht gut praktikabel bis unmöglich ist, beispielsweise in der Visite oder Ambulanzsprechstunde mit raschem „Durchlauf“ vieler Patienten infolge, verzichte ich auf das Händeschütteln und erläutere den Patienten, die mir dennoch oftmals die Hand hinstrecken, dies auch so. Damit bin ich bislang gut gefahren.

Dr. med. Stephan Blaschke, Klinik für Psychiatrie,
Psychotherapie und Psychosomatik, Klinikum Herford,
32049 Herford

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