ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Drogen- und Suchtberichte: Drogenpolitik zunehmend in der Kritik

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Drogen- und Suchtberichte: Drogenpolitik zunehmend in der Kritik

Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1274 / B-1098 / C-1042

Bühring, Petra

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Drogenkonsumenten entkriminalisieren – das fordern Nichtregierungsorganisationen. Foto: picture alliance
Drogenkonsumenten entkriminalisieren – das fordern Nichtregierungsorganisationen. Foto: picture alliance

Cannabis ist weiterhin die am meisten verbreitete illegale Droge. Fast jeder vierte Erwachsene hat Erfahrungen damit; bei den jungen Erwachsenen bis 25 Jahre ist der Anteil der Cannabis-Konsumenten 2013 gestiegen; leicht erhöht ist er auch bei den Zwölf- bis 17-Jährigen, obwohl er hier jahrelang rückläufig war. Das geht aus dem Drogen- und Suchtbericht 2014 hervor, den die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), Anfang Juli präsentierte. Für problematisch hält Mortler das Rauschtrinken unter jungen Erwachsenen: 31 Prozent der Männer und elf Prozent der Frauen berichten von einem Rauschkonsum pro Monat. Bei den Zehn- bis 15-Jährigen ist eine Verdreifachung der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Alkoholintoxikation seit 2000 zu verzeichnen. Auch die zunehmende Verbreitung von Crystal Meth stelle ein Problem dar. Die Droge breite sich vom deutsch-tschechischen Grenzgebiet aus vor allem in Großstädten aus.

Einige Tage zuvor hatten Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaftler einen Alternativen Sucht- und Drogenbericht vorgelegt. „In unserem Bericht ist die Unzufriedenheit mit der Drogen- und Suchtpolitik der Bundesregierung gebündelt“, erklärte Dr. phil. Bernd Werse vom Centre for Drug Research, Universität Frankfurt/M. So verzichte die Politik auf einfache Mittel im Umgang mit legalen Drogen, etwa ein vollständiges Verbot von Werbung für Alkohol und Tabak. Außerdem zeige der jahrzehntelange Kampf gegen illegale Drogen, dass Strafverfolgung nicht geeignet sei, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Konsumenten und Suchtkranke sollten entkriminalisiert werden. Ausführliche Informationen: www.aerzteblatt.de/14444a pb

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