ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Studie: Apps sind hilfreich für Menschen mit Demenz

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Studie: Apps sind hilfreich für Menschen mit Demenz

Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1308 / B-1126 / C-1068

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In einem Berliner Seniorenwohnheim wurde in einer Pilotstudie erstmalig untersucht, welchen Nutzen Tablet-Anwendungen, wie Quizspiele oder Buchstabenrätsel, in der Beschäftigung und Therapie von demenziell erkrankten Bewohnern haben können. Im Auftrag der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege fanden Forscher der Berliner Charité Hinweise darauf, dass die eingesetzten Apps Demenzkranken helfen könnten, ihr Gedächtnis zu trainieren und miteinander zu kommunizieren, so dass sie auch am Wohnheimalltag besser teilnehmen konnten. Typische Verhaltensauffälligkeiten von Demenzkranken, wie innere Unruhe oder Apathie, konnten zudem bei den Studienteilnehmern verringert werden.

Die Vorteile der Tablet-Computer liegen vor allem in ihrer leichten Bedienbarkeit und ihren multifunktionalen Anwendungsmöglichkeiten. „Unsere ersten Untersuchungsergebnisse zeigen Möglichkeiten auf, wie mit Hilfe von Tablet-Computern das Wohlbefinden von demenzkranken Pflegeheimbewohnern, ihre Selbstständigkeit und soziale Einbindung gestärkt werden und so letztlich auch Pflegekräfte entlastet und der Kontakt zu Angehörigen verbessert werden kann“, erläuterte Prof. Dr. phil. Adelheid Kuhlmey, Leiterin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité.

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Zudem deuten die Ergebnisse der Studie darauf hin, dass durch den Einsatz des neuen Mediums vorhandene kognitive Fähigkeiten wieder aktiviert werden konnten. Allerdings wurde auch deutlich, dass der Einsatz der Tablets immer von einer Pflegekraft begleitet und zuvor durch Schulungen gezielt vorbereitet werden muss. Ein weiterer Befund: Die zur Therapie eingesetzten Apps sollten stets individuell auf jeden demenziell erkrankten Bewohner abgestimmt werden.

Obwohl die Technik den Studienteilnehmern noch kurz zuvor vollkommen unbekannt war, gab es kaum Berührungsängste. Die spielerischen und interaktiven Möglichkeiten der Apps bereiteten den Probanden Freude und förderten ihre Kommunikationsbereitschaft. So konnten sie etwa Fragen eines Quiz beantworten, Wortketten erstellen oder verdeckte Buchstaben finden. EB

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