ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Refraktive Laserchirurgie: Erfolgreiche Methode auch bei Ärzten als Patienten

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Refraktive Laserchirurgie: Erfolgreiche Methode auch bei Ärzten als Patienten

Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1304 / B-1123 / C-1065

Gerste, Ronald D.

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Korrekturen von Refraktionsfehlern mit Lasertechnologie wie der Lasik sind seit mehreren Jahren eine weit akzeptierte elektive Methode für viele Kurz- und Weitsichtige, um ein von Brillen und Kontaktlinsen unabhängiges Leben zu führen. In den USA allein werden pro Jahr rund eine Million Lasereingriffe zur Refraktionskorrektur vorgenommen; die überwiegende Mehrzahl der Patienten hat anschließend einen Visus von 1,0 (oder nur knapp darunter), und die Zufriedenheitsrate liegt in Umfragen um 95 %. In den Laienmedien wird immer wieder die Vorstellung verbreitet, dass Ärzte sich seltener den Eingriffen unterziehen oder ihnen ablehnend gegenüberstehen, vor allem wegen der potenziell störenden möglichen Effekte wie Haze (Ringe oder Trübungen um Lichter) und Glare (erhöhte Blendungsempfindlichkeit).

Das Cole Eye Institute in Cleveland hat eine Umfrage unter 223 Ärzten durchgeführt, die sich in toto an 439 Augen hatten operieren lassen. 132 Mediziner nahmen teil; 28 % von ihnen waren Chirurgen, weitere 43 % nahmen Interventionen vor, die nicht die Definition eines chirurgischen Eingriffs erfüllten. Als mit dem Ergebnis der Lasik oder der photorefraktiven Keratektomie zufrieden oder sehr zufrieden äußerten sich 95,3 %, die Frage, ob sie sich dem Eingriff nach den gemachten Erfahrungen abermals unterziehen würden, bejahten 96 % der Befragten. Hatten vor der Korrektur 21 % der Ärzte erklärt, dass ihre Fehlsichtigkeit ein Problem bei der Berufsausübung sei, gaben postoperativ 98 % an, dass die Durchführung ärztlicher Tätigkeiten wie vorher oder leichter sei. Als häufigstes Problem nach dem Eingriff wurde von 36 % nächtliches Autofahren genannt. Die Brechkraft der operierten Augen lag in 96 % der Fälle innerhalb einer und in 80 % innerhalb einer halben Dioptrie um die anvisierte Zielrefraktion, welche normalerweise die Emmetropie („Null Dioptrien“) ist.

Fazit: Die Zufriedenheitsrate bei Ärzten von gut 95 % nach refraktiven Lasereingriffen entspricht exakt jener der Normalbevölkerung und widerlegt zumindest bei dieser Indikation das Klischee, dass Mediziner die schwierigsten Patienten seien. Dr. med. Ronald D. Gerste

Pasquali TA, et al.: Long-term follow-up after laser vision correction in physicians: Quality of life and patient satisfaction. J Cataract Refract Surg 2014; 40: 395–402. MEDLINE

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