ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Börsebius: Sollbruchstelle (II)

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Börsebius: Sollbruchstelle (II)

Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1314 / B-1130 / C-1074

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In meiner letzten Kolumne (Sollbruchstelle I) endete ich mit der Gewissheit, dass derjenige, der Erfolg an der Börse haben will, von anderen Faktoren ausgehen muss als von allgemein zugänglichen und vermeintlich sicheren Fakten. In Wirklichkeit kommt es auf etwas ganz Bestimmtes an. Ich nenne das, eine „Sollbruchstelle“ in der Unternehmensgeschichte zu erkennen. Mit Sollbruchstelle verbinde ich eine grundlegende Änderung in der Unternehmenspolitik, das kann im Guten wie im Schlechten sein, von der der Markt noch keine Kenntnis hat oder auch keine haben will.

Vor ein paar Jahren habe ich zwei Börsebius-Beiträge zur Deutschen Post geschrieben, da stand der Aktienkurs bei acht und zwölf Euro, viele Leser rufen mich wegen dieser Geschichte heute noch an. Damals schrieb ich, dass die Deutsche Post ein klarer Kauf sei. Die Sollbruchstelle: Wenn die Annahme stimme, dass der Internethandel dramatisch wachse, dann müsse die Deutsche Post davon profitieren. Heute notiert die Aktie des Bonner Logistikkonzerns bei einem Kurs rund um 26 Euro und wird von etlichen Banken zum Kauf empfohlen. Begründung: steigender Internethandel. Ich meine, dass die Aktie jetzt ausreichend bezahlt ist.

Ein aktuelles Beispiel für eine Sollbruchstelle in der Entwicklung eines Unternehmens ist SGL Carbon. Diese Aktie habe ich jahrelang geliebt. Nun hat ja Daimler vor ein paar Monaten bekanntgegeben, aus der Zusammenarbeit mit SGL Carbon auszusteigen. Hier ist sie wieder, die Sollbruchstelle, die eine Zäsur markiert. Dann heißt es, sich von einem ehemals geliebten Titel zu verabschieden.

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Ich will Sie nicht aus der Geschichte entlassen, ohne Ihnen aktuell zwei Kaufkandidaten zu nennen. Hier sehe ich die Deutsche Bank (Sollbruchstelle: Beendigung vieler Rechtshändel) und die Deutsche Telekom (Sollbruchstelle: Genehmigung höherer Durchleitungsgebühren durch die EU-Kommission) in einer exzellenten Position. Bei der Deutschen Telekom traue ich mich sogar, ein Kursziel zu nennen. 20 Euro auf Sicht von 18 Monaten.

Börsebius-Telefonberatung „rund ums Geld“

Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 2. August 2014 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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Avatar #687951
komuw
am Donnerstag, 31. Juli 2014, 11:55

Deutsche Telekom? ja - Orange??? ja, ja ,ja

Sehr geehrter Herr Rombach, zweifellos wird die Deutsche Telekom von den höheren Durchleitungsgebühren profitieren - aber wohl auch die ehemalige France Telekom - die heutige Orange S.A. WKN 906849. Aktuell ist die Deutsche Telekom mit einem KGV von 20 bewertet, Orange mit 12,5 - da sehe ich bei Orange bessere Kurs-Steigerungsmöglichkeiten. Zur Deutschen Bank - da bin ich absolut Ihrer Meinung - wobei diese Rechtsstreitigkeiten wohl auch noch andauern können.
Übrigens: Ihr SGL - Carbon - Artikel vor einigen Jahren war wirklich sehr gut und hat mich zur Investition ermutigt, die Gewinne nahm ich zwischenzeitlich mit. Verbindlichen Dank.