ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2014Robert-Koch-Institut: Bei Reiserückkehrern an Ebola denken

AKTUELL

Robert-Koch-Institut: Bei Reiserückkehrern an Ebola denken

Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1275 / B-1099 / C-1043

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Schutzkleidung ist unerlässlich beim Umgang mit an Ebola Erkrankten. Foto: August Stich, Würzburg
Schutzkleidung ist unerlässlich beim Umgang mit an Ebola Erkrankten. Foto: August Stich, Würzburg

Der bisher größte Ausbruch des Ebolafiebers hat sich von Guinea auf Liberia und Sierra Leone ausgeweitet. Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 60 Prozent. „Eine Einschleppung nach Deutschland ist derzeit unwahrscheinlich, jedoch nicht auszuschließen“, sagte Priv.-Doz. Dr. med. Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), dem Deutschen Ärzteblatt.

Zu den typischen Symptomen, die nach einer Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen abrupt auftreten, gehören Fieber, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Konjunktivitis, Kopf- und Halsschmerzen, Diarrhö und Erbrechen. Schleimhautblutungen, Hämatemesis, Melena und Hämatochezie kennzeichnen den hämorrhagischen Verlauf, der bei einem Teil der Fälle auftritt. Manchmal ist ein stammbetontes makulopapulöses Exanthem sichtbar. Aufgrund der ähnlichen Symptomatik ist die Malaria differenzialdiagnostisch abzuklären. Eine spezifische Therapie ist nicht möglich. Bei begründetem Verdacht ist das Gesundheitsamt zu informieren.

Anzeige

Ebolafieber ist hochansteckend. Entsprechende Hygienemaßnahmen sind einzuhalten (Isolierung, Schutzkleidung, Desinfektion). Für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist der direkte Kontakt mit den Körperflüssigkeiten von Erkrankten und Verstorbenen erforderlich. Die Infektiosität beginnt mit der Symptomatik. Eine Ansteckung ist auch durch den Kontakt zu Tieren möglich (Jagd, Verzehr von Wild). Flughunde gelten als Reservoir für die Ebolaviren. Informationen: www. rki.de zyl

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema