Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der ergänzende Beitrag aus der Ophthalmologie unterstreicht noch einmal eine der Kernaussagen unserer Arbeit über die gängigsten Herztumoren, dass sich diese im Rahmen der Diagnostik wie ein Chamäleon verhalten können. Auf die Entstehung unter Umständen tragischer Embolisationen – besonders bei den Myxomen – haben wir hingewiesen. Dabei muss jede stattgehabte Embolie – unabhängig von ihrer Lokalisation – neben der histologischen Abklärung zwingend mit einer Echokardiographie abgeklärt werden, um Thromben, endokarditische Vegetationen oder Herztumoren als Ursachen ausschließen zu können. Es ist bekannt, dass 30 bis 40 % aller unbehandelten Myxome embolisieren, und einige Untersucher haben diese Embolisationen als häufigste klinische Manifestationsform dieser leicht zerreißlichen Geschwulst angegeben (1). Für 0,4 % aller Schlaganfälle werden Myxome als verantwortlich angesehen (2, 3). Grundsätzlich kann jedoch jede Gefäßregion betroffen sein. Wir überblicken mittlerweile Herztumor-Kollektive aus drei universitären Zentren – eine tragische Embolisation in die Augenarterien haben wir im Verlauf von 40 Jahren nicht beobachten müssen. Bei einer PubMed-Recherche mit dem Suchbegriff „cardiac tumor“ fanden sich 42 000 Publikationen, erweitert um die Begriffe „retinal occlusion“ bleiben 24 Einzelfallberichte, die über Embolisationen in die zentrale Augenarterie berichten. Aufgrund der schwerwiegenden Folgen einer Tumorembolie – in welche Körperregion auch immer – ist sowohl peri- als auch postoperativ sowie bei neu auftretenden klinischen Zeichen in regelmäßigen Abständen eine transösophageale Echokardiographie im behandelnden Zentrum unabdingbar.

Der Begriff „metastasierendes Myxom“ wurde von Schmidt et al. im Zusammenhang mit Embolien benutzt. Uns ist dieser Begriff in diesem Kontext nicht bekannt, er wird aber gelegentlich in der Literatur im Rahmen der Diskussion über die potenziell maligne Entartung von Myxomen verwendet.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0546b

Prof. Dr. med. Andreas Hoffmeier

Prof. Dr. med. Jürgen R. Sindermann

Prof. Dr. med. Hans H. Scheld

Prof. Dr. med. Sven Martens

Department für Herz- und Thoraxchirurgie, Klinik für Herzchirurgie

Universitätsklinikum Münster

andreas.hoffmeier@ukmuenster.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Knepper LE, Biller J, Adams HP, Jr., Bruno A: Neurologic manifestations of atrial myxoma. A 12-year experience and review. Stroke 1988; 19: 1435–40. CrossRef MEDLINE
2.
Pinede L, Duhaut P, Loire R: Clinical presentation of left atrial cardiac myxoma. A series of 112 consecutive cases. Medicine (Baltimore) 2001; 80: 159–72. CrossRef MEDLINE
3.
Ekinci EI, Donnan GA: Neurological manifestations of cardiac myxoma: a review of the literature and report of cases. Intern Med J 2004; 34: 243–9. CrossRef MEDLINE
4.
Hoffmeier A, Sindermann JR, Scheld HH, Martens S: Cardiac tumors—diagnosis and surgical treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 205–11. VOLLTEXT
1.Knepper LE, Biller J, Adams HP, Jr., Bruno A: Neurologic manifestations of atrial myxoma. A 12-year experience and review. Stroke 1988; 19: 1435–40. CrossRef MEDLINE
2.Pinede L, Duhaut P, Loire R: Clinical presentation of left atrial cardiac myxoma. A series of 112 consecutive cases. Medicine (Baltimore) 2001; 80: 159–72. CrossRef MEDLINE
3.Ekinci EI, Donnan GA: Neurological manifestations of cardiac myxoma: a review of the literature and report of cases. Intern Med J 2004; 34: 243–9. CrossRef MEDLINE
4.Hoffmeier A, Sindermann JR, Scheld HH, Martens S: Cardiac tumors—diagnosis and surgical treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 205–11. VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema