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Wir danken den Kollegen Aschendorff und Maier für ihre Ergänzung zu unserem Fortbildungsartikel „Strukturiertes Vorgehen bei akuter Otitis media (AOM)“ und schließen uns diesen ausführlichen Empfehlungen an, die aus der bereits von uns zitierten Veröffentlichung von Rubin (1) aus dem Jahr 2010 stammen. Hauptziel des von uns vorgelegten Fortbildungsartikels war die Darstellung der Abgrenzung einer unkomplizierten AOM von einer AOM mit komplizierenden Faktoren sowie die sich daran anschließende literaturgestützte Präsentation des therapeutischen Vorgehens bei der unkomplizierten AOM bei ansonsten gesunden Patienten. Eine ausführliche Darstellung der individuellen adäquaten Therapie einer AOM bei Patienten mit vorliegenden Risikofaktoren, zu denen ohne Frage Patienten mit einem Cochlea-Implantat (CI) zählen, übersteigt mit all ihren Besonderheiten hingegen die vorgegebene Artikellänge und war somit nicht vorrangiges Ziel unseres Beitrags.

Die Risiken einer AOM bei CI-Patienten in Form einer drohenden Meningitis sowie der einer Implantat-Infektion und gegebenenfalls-Extrusion müssen jedem Behandler einer AOM bekannt sein und machen eine umgehende therapeutische Intervention, insbesondere in Form einer sofortigen antibiotischen Behandlung, zwingend erforderlich. Selbst wenn die bislang vorliegende Literatur zu diesem Thema das Evidenzniveau der Stufe IV nicht übersteigt (13), ist auch nach der initialen Abheilungsphase zwei Monate nach Cochlea-Implantation die intravenöse Darreichung der Antibiotika in jedem Einzelfall sorgfältig zu prüfen und die Kontaktaufnahme mit dem behandelnden CI-Zentrum zu empfehlen. Bei Verdacht auf eine purulente AOM ermöglicht die Parazentese nicht nur die Drainage des Mittelohres, sondern auch die Abstrichentnahme und mikrobiologische Untersuchung und damit ein möglichst rasches Umsetzen auf ein resistenzgerechtes Antibiotikum, was jedoch nicht zu einer Verzögerung der Einleitung einer empirischen Therapie bei Diagnosestellung der AOM in dieser Patientengruppe führen darf (2).

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0545b

Dr. med. Jan Peter Thomas

Universitätsklinik für Hals-,
Nasen- und Ohrenheilkunde,

Kopf- und Halschirurgie
der Ruhr-Universität Bochum

am St. Elisabeth Hospital

jan.thomas@rub.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Rubin LG: Prevention and treatment of meningitis and acute otitis media in children with cochlear implants. Otol Neurotol 2010; 31: 1331–3. MEDLINE CrossRef
2.
Rubin LG, Papsin B: Committee on Infectious Diseases and Section on Otolaryngology–Head and Neck Surgery. Cochlear implants in children: surgical site infections and prevention and treatment of acute otitis media and meningitis Pediatrics 2010; 126: 381–91. MEDLINE CrossRef
3.
Lalwani AK, Noel LC: Does meningitis after cochlear implantation remain a concern in 2011? Otol Neurotol 2011; 33: 93–5. MEDLINE CrossRef
4.
Thomas JP, Berner R, Zahnert T, Dazert S: Acute otitis media: a structured approach. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 151–60. VOLLTEXT
1.Rubin LG: Prevention and treatment of meningitis and acute otitis media in children with cochlear implants. Otol Neurotol 2010; 31: 1331–3. MEDLINE CrossRef
2.Rubin LG, Papsin B: Committee on Infectious Diseases and Section on Otolaryngology–Head and Neck Surgery. Cochlear implants in children: surgical site infections and prevention and treatment of acute otitis media and meningitis Pediatrics 2010; 126: 381–91. MEDLINE CrossRef
3.Lalwani AK, Noel LC: Does meningitis after cochlear implantation remain a concern in 2011? Otol Neurotol 2011; 33: 93–5. MEDLINE CrossRef
4.Thomas JP, Berner R, Zahnert T, Dazert S: Acute otitis media: a structured approach. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 151–60. VOLLTEXT

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