ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2014Randnotiz: Noch viel Luft nach oben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

In Deutschland haben rund 9,6 Millionen Menschen eine Behinderung, 7,3 Millionen von ihnen sind schwerbehindert. Im Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist vorgesehen, dass bis 2020 Arztpraxen hierzulande zunehmend barrierefrei zugänglich gemacht werden sollen. Doch wie sieht die Situation heute aus? Diese Frage beschäftigte auch die Linksfraktion im Bundestag, die dazu eine Anfrage an die Bundesregierung richtete. Aus der Antwort geht hervor, dass lediglich 22 Prozent der Hausarztpraxen über einen ebenerdigen oder für Rollstühle geeigneten Zugang oder einen Aufzug verfügen. Zudem gibt es große Unterschiede zwischen den Facharztgruppen: Während bei den Radiologen gut jede dritte Praxis als barrierefrei eingestuft wird, sind bei den zahnärztlichen -und kieferchirurgischen Praxen nur 15 Prozent für Rollstuhlfahrer geeignet. Noch seltener als barrierefreie Praxen sind Behindertenparkplätze vor den Praxen, leicht zugängliche Toiletten sowie behindertengerechte Untersuchungsmöbel. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten: Aufgrund der herrschenden Zustände sei die gesetzlich verbriefte freie Arztwahl nicht gewährleistet, folgerte die stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, aus den Antworten der Bundesregierung.

Das Gesundheitsministerium erklärte daraufhin, zusammen mit der Ärzteschaft ein Konzept zur Verbesserung der Situation vorzulegen. Ärzte, die auf dieses Konzept nicht warten wollen, können sich vorab schon einmal inspirieren lassen, wie man die eigene Arztpraxis barrierefrei gestalten kann: 2013 erschien eine Broschüre der KBV mit dem Titel „Barrieren abbauen“.

Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote