ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2014Joep Lange †: Ein Pionier der HIV-Forschung

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Joep Lange †: Ein Pionier der HIV-Forschung

Dtsch Arztebl 2014; 111(31-32): A-1375 / B-1185 / C-1129

Zylka-Menhorn, Vera

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Joep Lange, Foto: dpa
Joep Lange, Foto: dpa

Erst vor wenigen Tagen hat UNAIDS in Aussicht gestellt, dass man das Ende der Aids-Epidemie bis 2030 für möglich hält. Kein vorheriger Jahresbericht hatte bislang einen so positiven Tenor. Diese Entwicklung ist auch auf die jahrzehntelange Arbeit von Prof. Dr. med. Joep Lange (59) zurückzuführen, der zu den 298 Opfern des in der Ukraine abgestürzten Malaysia Airlines Fluges gehört. Der renommierte HIV-Forscher und Pionier der antiretroviralen Therapie war mit Kollegen auf dem Weg zur Welt-Aids-Konferenz nach Melbourne, wo er mehrere Vorträge halten sollte. Lange war zuletzt Chef der Abteilung für globale Gesundheit am medizinischen Zentrum der Universität Amsterdam.

Bereits 1983 begann er mit den Forschungen für HIV-Therapeutika; von 1992 bis 1995 leitete er das entsprechende Programm der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO). Als Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft (2002 bis 2004) und damit auch Präsident der Welt-Aids-Konferenz in Bangkok übte er scharfe Kritik. Mit Blick auf die mangelnde Versorgung von HIV-Infizierten mit antiretroviralen Medikamenten in Entwicklungsländern forderte er die politisch Verantwortlichen auf, sich an die gegebenen finanziellen Zusagen zu erinnern.

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„Wenn wir kalte Coca-Cola und Bier in die entlegensten Regionen Afrikas bringen können, sollte es nicht unmöglich sein, dasselbe mit Medikamenten zu tun“, sagte Lange. Er selbst hatte 2001 die Stiftung „PharmAccess“ gegründet und seither geleitet, um HIV-Infizierten in Entwicklungsländern einen leichteren Zugang zu Aids-Medikamenten zu ermöglichen. Vera Zylka-Menhorn

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