ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2014Ixodes ricinus: Warum fehlt der Hinweis auf das Drehen?
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Diese Arbeit bietet wertvolle Informationen über die Umstände einer Infektion durch einen Zeckenbiss betreffend. Als Fazit kann gelten, dass eine Zecke möglichst bald nach einem Biss vollständig entfernt werden sollte. Nach dreißigjähriger Erfahrung mit der Entfernung von Zecken wende ich aber ein, dass mit der in der Arbeit beschriebenen Methode (hin- und herbewegen und ziehen) in der Regel der Rüssel abreißt. Dann mit einer Kanülenspitze den Rest blutig zu entfernen, ist schmerzhaft und langwierig, weil einem die Sicht genommen ist. Man kennt das, wenn Patienten Hilfe suchend erscheinen, nachdem ihnen eine vollständige Entfernung nicht gelungen ist, und man zu pulen anfängt. Die Autoren erwähnen richtigerweise die Pinzette, wobei sicher die Spezial-Zeckenpinzette gemeint ist, die die Zecke so nah wie möglich am Hypostom packt. Warum fehlt der Hinweis auf das Drehen der damit fixierten Zecke? Nach nicht einmal einer vollen Drehung, aber ohne (!) Ziehen ist der Blutsauger garantiert vollständig entfernt. Allein Drehen gewährleistet, dass die Widerhaken des Hypostoms quasi ausgehängt werden. Beim Ziehen, langsam, gefühlvoll oder kontrolliert, gilt dies nicht.

Walter Hofmann, Arzt für Allgemeinmedizin,
65779 Kelkheim

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