ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2014Ärzteversorgung: Ergänzungen
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Dem Autor ist zu danken, dass er Einblick in das offene Deckungsplanverfahren gibt. Ein großer Mangel ist aber, dass der Artikel nicht auf alle Finanzierungstechniken eingeht, die im bundesweiten Einzugsgebiet des DÄ von den berufsständischen Versorgungseinrichtungen der Ärzte angewandt werden.

Zu nennen gewesen wären noch das modifizierte Anwartschaftsdeckungsverfahren und die „degressive“ Anwartschaftsentwicklung. Nachteil des Ersteren ist, dass ein Wechsel von oder zu diesen Versorgungswerken zu einem Anwartschaftsverlust von mehreren Hundert Euro pro Monat im Vergleich zu einer durchgehenden Mitgliedschaft führen kann. Dies ist mit der linearen Verzinsung zu erklären, bei der die Beiträge in frühen wie in späten Versicherungsjahren zu gleich hohen Anwartschaftsbausteinen führen, die nur über eintrittsaltersabhängige Multiplikatoren adäquat zurückgegeben werden können. Dieser Multiplikator geht aber dem Versicherten bei einem Wechsel verloren. Bei einer „degressiven“ Anwartschaftsentwicklung werden früher eingezahlte Beiträge, da sie länger im System verweilen, tatsächlich unmittelbar höher bewertet als später eingezahlte (nach Beitrags- und Leistungstabellen). Auch dieses System ist in sich nur gerecht, wenn ein Mitglied während der gesamten Berufstätigkeit Beiträge einzahlen kann.

Diese Finanzierungstechniken sind somit inkompatibel zu dem seit 2005 eingeführten Lokalitätsprinzip. Nach diesem verpflichten arbeitsbedingte Wechsel des Bundeslandes zu einem Ausscheiden aus der bisher zuständigen Versorgungseinrichtung und zur Begründung einer Neumitgliedschaft. Dieses Problem ist bekannt, und es gibt Alternativen, unter anderem das im Artikel beschriebene offene Deckungsplanverfahren oder eine Anpassung der Vielfachen-Tabelle, um Neuzugänge adäquat nach ihren Beitragsjahren zu berücksichtigen. Das wäre mitnichten eine Vereinheitlichung der Versorgungseinrichtungen, die dann, so die Annahme der Verantwortlichen, in den Geltungsbereich von Bundesrecht fallen würden, was wiederum eine Übernahme durch die Deutsche Rentenversicherung befördern könne . . . Die Arbeitsgemeinschaft „Ärztliche Versorgungswerke und berufliche Mobilität“ fordert ein System, das eine zeitgemäße freie ärztliche Mobilität im Bundesgebiet ohne willkürlich festgelegte Anwartschaftseinbußen erlaubt . . .

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Dr. med. Heiko Hildebrand, 99310 Arnstadt

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