ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2014Apotheke der Zukunft: Steilvorlage
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Die Bemühungen der Apotheker, eine aktivere Rolle in der Behandlung unserer Patienten zu übernehmen, insbesondere was Aufklärungen über mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten beziehungsweise Medikamenteninteraktionen und das „Nachverordnen“ von Medikamenten anbelangt, beinhaltet ein erhebliches Konfliktpotenzial, indem es Patienten verunsichert . . . und dadurch die Arzt-Patienten-Beziehung belastet. Durch kontinuierliche Herausgabe vermeintlicher Dauermedikation werden sich viele Patienten gerne der ärztlichen Kontrolle entziehen und dadurch eine gegebenenfalls erforderliche Medikamentenanpassung später als erforderlich oder erst nach Auftreten von Komplikationen erhalten. Da die Apotheker mit ihrem Ansinnen „nicht auf die Erlaubnis der Ärzte warten“ wollen, sollten wir diese Steilvorlage nutzen und endlich ernsthaft über das Dispensierrecht insbesondere der Hausärzte nachdenken, was die meisten unserer Patienten sehr begrüßen würden. Die „Hausapotheke“, die viele Ärzte ohnehin schon virtuell in ihrer EDV angelegt haben, lässt sich auch ganz konkret einrichten.

Dr. med. Carl-Joachim Mellinghoff, 88131 Lindau

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