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Psychotherapeutische Versorgung: Ausgaben für Kostenerstattung verzehnfacht

PP 13, Ausgabe August 2014, Seite 340

Bühring, Petra

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Die Ausgaben für Psychotherapie, die im Rahmen der Kostenerstattung in Privatpraxen erbracht werden, haben sich in den vergangenen zehn Jahren fast verzehnfacht: von 1,7 Millionen auf 15,5 Millionen Euro pro Quartal. Allein in den letzten eineinhalb Jahren haben sie sich beinahe verdoppelt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (Drucksache 18/1947) hervor.

Psychisch Kranke sind dann darauf angewiesen, eine Therapie im Rahmen der Kostenerstattung nach § 13 Absatz 3 SGB V zu machen, wenn sie keinen Therapieplatz bei einem zugelassenen Psychotherapeuten finden. „Die Anzahl der Psychotherapeuten mit Kassenzulassung reicht nicht aus, um psychisch Kranke ausreichend zu versorgen“, sagt Prof. Dr. phil. Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK). Angesichts dieser Zahlen könnten die Krankenkassen „die Augen nicht mehr vor einer massiven Unterversorgung verschließen“.

In der Kleinen Anfrage wird auch gefragt, warum die Krankenkassen die Statistiken zur Kostenerstattung ab 2014 nicht mehr veröffentlichen müssen. Dem liegt ein Änderungserlass des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zugrunde. In der Antwort verweist das BMG auf den „erheblichen Verwaltungsaufwand bei der IT-technischen Umsetzung getrennter Buchungsvorgänge, die bei der Höhe der Ausgaben nicht sachgerecht ist“. Im Jahr 2012 betrug der Anteil für Kostenerstattungen 45 Millionen Euro von 1,5 Milliarden Euro Gesamtleistungsvolumen für die ambulante Psychotherapie. „Das Ausmaß der Kostenerstattung ist ein untrüglicher Indikator für Defizite“, kritisiert die BPtK und fordert, die Ausgaben auch weiterhin zu erfassen. PB

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