ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2014Psychologische Rechtsgutachten: Qualität oft mangelhaft

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Psychologische Rechtsgutachten: Qualität oft mangelhaft

PP 13, Ausgabe August 2014, Seite 341

Hillienhof, Arne

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Die Qualität psychologischer Gutachten im Rahmen familiengerichtlicher Verfahren lässt häufig zu wünschen übrig. Das ist das Ergebnis einer Studie des Psychologischen Instituts der Fernuniversität Hagen. Demnach erfüllt nur eine Minderheit der Gutachten die fachlich geforderten Qualitätsstandards. Für Studienautorin Prof. Dr. phil. Christel Salewski ein „alarmierendes“ Ergebnis: „Man darf nicht vergessen, dass hier Kinder involviert sind, über deren weiteres Leben gerichtliche Entscheidungen gefällt werden. Die Richter stützen ihre Entscheidungen in starkem Maße durch die in den Gutachten ausgewiesenen Empfehlungen“, so die Wissenschaftlerin.

Die Hagener Studie bemängelt vor allem die fehlenden psychologischen Fundierungen des gutachterlichen Vorgehens sowie den Einsatz fragwürdiger Diagnose-Instrumente. So wurden in 56 Prozent der zugrunde gelegten Gutachten keine fachpsychologischen Arbeitshypothesen abgeleitet, in 85,5 Prozent der Fälle die Auswahl der eingesetzten diagnostischen Verfahren nicht anhand psychologischer Fragen begründet. Mehr als ein Drittel der Gutachten sei ausschließlich auf Basis „methodisch problematischer Verfahren“ wie unsystematische Gespräche und ungeplante Beobachtungen erstellt worden, heißt es in der Studie.

Die Analysen zum Qualifikationshintergrund der Sachverständigen zeigten allerdings, dass die Qualifikation zum „Fachpsychologen Rechtspsychologie“ mit einer nachweislich höheren Qualität der Gutachten einhergeht. Rund ein Drittel der Gutachten wurde von zertifizierten Fachpsychologen für Rechtspsychologie erstellt. Die Qualität dieser Gutachten war laut Studie nachweislich höher als die der anderen Gutachter. hil

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