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Die Schlussfolgerung der Autoren, Beinahe-Synkopen und Synkopen würden sich kaum unterscheiden, ist für die klinische Praxis schwer einzuordnen, weil eine klare Definition der Beinahe-Synkope fehlt. Dabei hilft es wenig, dass „zwei erfahrene Notfallmediziner“ die bereits ausgewählte Gruppe der Patienten ähnlich beurteilen. Entscheidend ist ja, ob die dargestellte Patientengruppe prospektiv in anderen Krankenhäusern wiedergefunden werden kann und insofern eine Verallgemeinerung der Erkenntnisse möglich ist.

Zudem besteht der kombinierte Endpunkt aus 20 Komponenten mit sehr unterschiedlichen Schweregraden, die zudem Interventionen beinhalten, die möglicherweise aus der Diagnostik des Indexaufenthaltes resultieren und damit nicht im eigentlichen Sinne „prognostisch“ sind. Schließlich bleibt unklar, nach welchen Kriterien Patienten stationär aufgenommen wurden, wie die Indexereignisse klassifiziert wurden und ob die Ereignisse unterschiedlich häufig bei primär hospitalisierten oder ambulant weiterbehandelten Patienten auftraten.

Insofern sollte die Schlussfolgerung einen Satz aus der Diskussion aufgreifen, nach dem die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass Patientenkollektive von Notaufnahmen andere medizinische Probleme aufweisen als Patientenkollektive von fachspezifischen Ambulanzen und somit bei notfallmedizinischen Patienten nach Synkope und nach Beinahesynkope eine stationäre Abklärung großzügig indiziert ist. Zukünftige Arbeiten sollten sich mit einer präzisen Definition der Beinahesynkope und Mitteln der Risikostratifizierung im Hinblick auf die Anwendung von Algorithmen zur Abklärung dieses Krankheitsbildes befassen.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0566a

Prof. Dr. med. Martin Möckel

Dr. med. Julia Searle, MPH

Notfallmedizin/Rettungsstellen/CPU

Charité-Universitätsmedizin Berlin

Campus Virchow-Klinikum und Mittte

Martin.Moeckel@charite.de

1.
Greve Y, Geier F, Popp S, et al.: The prevalence and prognostic significance of near syncope and syncope—a prospective study of 395 cases in an emergency department (the SPEED Study). Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 197–204 VOLLTEXT
1.Greve Y, Geier F, Popp S, et al.: The prevalence and prognostic significance of near syncope and syncope—a prospective study of 395 cases in an emergency department (the SPEED Study). Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 197–204 VOLLTEXT

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