ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2014Gutachten: Breitseite gegen Ärzte und KV
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Wenn Prof. Gerlach meint, „markante Maßnahmen“ gegen die Unterversorgung auf dem Land unter dem Strich nur durch Umverteilung zulasten der Fachärzte finanzieren zu wollen, . . . sind die „Empfehlungen“ nicht nur eine der vielen sinnlosen Breitseiten gegen Ärzte und KV, sondern vom Effekt her auch ein Rohrkrepierer, weil irgendwann die Motivation für unterfinanzierte oder unentgeltliche Leistungen durch Niedergelassene abstirbt.

Solange komplett ignoriert wird, dass das den Fachärzten zur Verfügung stehende Honorar je nach KV nur zwischen 70 bis 80 Prozent der erbrachten Leistungen zu 3,5 ct/Punkt abdeckt, das heißt 20 bis 30 Prozent der Leistungen gar nicht bezahlt werden . . . wird keine verantwortungsvolle KV guten Gewissens dort auch noch signifikant Geld abziehen können zur Finanzierung der Hausarztmedizin in unterversorgten Gebieten, mögen Politik oder Gesundheitsweise Druck machen, wie sie wollen.

Auch wird eine Selbstverwaltung mit der Koordinierungsstelle für Facharzttermine kaum ein totgerittenes Pferd zu hohen Kosten aus dem Boden stampfen, wenn dafür jede Basis fehlt . . .

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In meiner Region sind alle Fachärzte rappelvoll und arbeiten jenseits des Anschlags, so dass eine Koordinierungsstelle zur Mängelverwaltung hier „völlig balla“ wäre, abgesehen von der Demotivation, die sich aus der Wut über deren sinnlose Kosten ergibt. Das einzige Krankenhaus in der Region ist ohnehin immer überfüllt, soll aber Betten abbauen. Welche Praxis soll denn die KV bitte aufkaufen und mit welchen Mitteln? . . .

Ich sehe die Situation gelassen. Solange Politik, Kassen und Gesundheitsweise so weitermachen, wird sich die Abstimmung mit den Füßen verstärken. Ich werde jedenfalls ab nächstem Quartal in dem für die „Leistungserbringer“ einschließlich deren Beschäftigten menschenverachtenden System nur noch Teilzeit hamsterradeln und meine finanziellen Ansprüche zurückfahren, und ich werde nicht der Einzige bleiben.

Wer Unterversorgung beseitigen will, darf die, die die Versorgung machen sollen, nicht verachten. Warme Worte reichen nicht . . .

Dr. med. Manfred Reeb, 67661 Kaiserslautern

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