ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2014Symptomatische Nieren- und Harnleitersteine: Bei Entfernung ist Zweitintervention selten erforderlich

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Symptomatische Nieren- und Harnleitersteine: Bei Entfernung ist Zweitintervention selten erforderlich

Dtsch Arztebl 2014; 111(33-34): A-1422 / B-1226 / C-1168

Leinmüller, Renate

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Nieren- und Harnleitersteine treten häufig auf und können, wenn sie symptomatisch sind, minimal invasiv durch Ureterorenoskopie (URS) oder perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL) entfernt oder durch extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) zertrümmert werden. Ausschlaggebend für die Wahl der Methode sind – neben der Präferenz und den Charakteristika des Patienten – Größe, Lokalisation und Zusammensetzung der Ablagerungen.

US-Autoren haben deshalb auf Basis von fast 48 000 Interventionen bei Privatpatienten in einer retrospektiven Kohortenstudie (1) die Effizienz der Therapieoptionen ökonomisch analysiert. Im Studienkollektiv hatten sich 45,8 % einer ESWL und 54,2 % einer URS unterzogen. Zum primären Endpunkt nach 120 Tagen war bei 23,6 beziehungsweise 18,7 % eine zweite Intervention dokumentiert – ein signifikanter Vorteil (p > 0,01) für die URS. Er wurde nach Adjustierung auf mögliche Einflussfaktoren noch deutlicher: Das Risiko einer Zweitintervention betrug 11 % in der ESWL- und 0,327 % in der URS-Gruppe.

Fazit: Eine ESWL birgt bei symptomatischen Nieren- oder Harnsteinen ein um 25 % höheres Risiko für einen Wiederholungseingriff als die URS, so dass die URS die für Kostenträger günstigere Option wäre. Dennoch schließt sich der Kommentator einem solchen Votum nicht an (2): Die Studienpopulation sei jung, überwiegend gesund und privat versichert gewesen, die ESWL bei mehr als drei Vierteln auf Anhieb erfolgreich. Ziel müsse es sein, bessere prognostische Kriterien dafür zu entwickeln, welche Methode bei welchen Patienten effizienter ist, abhängig von persönlichen Gegebenheiten und den Charakteristika der Steine.

Dr. rer. nat. Renate Leinmüller

  1. Scales C, et al.: Comparative effectiveness of shockwave lithotripsy and ureteroscopy for treating patients with kidney stones;
    JAMA Surgery 2014; 149: 648–53 MEDLINE
  2. Gore JL: Why does anyone get shockwave lithotripsy? JAMA Surgery 2014; 149: 654 MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema