ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2014Rasche operative Intervention wichtig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

An der Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie Innsbruck wurden von 2000 bis 2010 insgesamt 23 Patienten (16 weiblich, 7 männlich, Durchschnittsalter 52,7 Jahre) nach iatrogen verursachten Nervus-femoralis-Läsionen operativ versorgt. Die Hauptursachen der Nervenläsionen entsprachen auch bei uns den von Antoniadis et al. (1) genannten. Präoperativ erfolgte primär die Anamnese und klinische Untersuchung, dabei wurden Angaben zu den sensiblen und motorischen Ausfällen erhoben. Wertvoll erwies sich die klinisch-interdisziplinäre neurologische und neurosonographische Untersuchung. Die Sonographie ermöglicht in den Händen eines erfahrenen Radiologen eine exakte anatomische Schädigungslokalisation. Im Verlauf lassen sich mit Hilfe von elektromyographischen und Nervenleitgeschwindigkeits-Untersuchungen, verbunden mit einem wandernden Hoffmann-Tinel-Zeichen, Rückschlüsse auf eine eventuelle Nervenregeneration ziehen.

Piza-Katzer et al. (2) zeigten die Vorteile einer raschen operativen Revision bei persistierenden Nervenausfällen ohne klinische Verbesserungszeichen. Wir entschlossen uns daher, bei Nichtbesserung der klinischen Symptomatik und Ausbleiben des Wanderns des Hofmann-Tinel-Zeichens die operative Revision bei betroffenen Patienten bereits nach drei Monaten durchzuführen. Dadurch verkürzte sich von 2008 bis 2010 das Intervall zwischen Nervenschädigung und operativer Revision von etwa 12 auf 6,4 Monate. Davon verstrichen allein etwa drei Monate von der Schädigung des Nerven bis zur Zuweisung an unsere Klinik.

Zusammenfassend können wir den Autoren des Artikels nur beipflichten. Durch die rasche operative Intervention können der Leidensweg dieser Patienten verkürzt und die klinische Regeneration deutlich früher erreicht werden. Zudem wird der fortschreitenden Muskelatrophie Einhalt geboten und somit die Rehabilitation beschleunigt. Hervorzuheben ist nochmals, dass allein der Verdacht auf Vorliegen einer Nervenläsion die schnelle Zuweisung an den Experten nach sich ziehen sollte, um das Konzept der raschen Intervention auch umsetzen zu können.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0603a

Dr. med. univ. Gabriel Djedovic

Klinik für Plastische und Ästhetische,
Wiederherstellungs- und Handchirurgie

Frankfurt am Main

gabriel.djedovic@me.com

Dr. med. Eva-Maria Baur

PD Dr. med. Ulrich M. Rieger
Universitätsklinik für Plastische,
Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie,
Medizinische Universität Innsbruck

1.
Antoniadis G, Kretschmer T, Pedro MT, König RW, Heinen CPG, Richter HP: Iatrogenic neurological damage—prevalence, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 273–9. VOLLTEXT
2.
Piza-Katzer H, Schöller T, Stichelberger M: Iatrogen femoral nerve lesions. Handchir Mikrochir plast Chir 2009; 41: 230–7 CrossRef MEDLINE
1.Antoniadis G, Kretschmer T, Pedro MT, König RW, Heinen CPG, Richter HP: Iatrogenic neurological damage—prevalence, diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 273–9. VOLLTEXT
2.Piza-Katzer H, Schöller T, Stichelberger M: Iatrogen femoral nerve lesions. Handchir Mikrochir plast Chir 2009; 41: 230–7 CrossRef MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige