ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2014Intensiv- und Notfallmedizin: Informativer Kongressbegleiter

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Intensiv- und Notfallmedizin: Informativer Kongressbegleiter

Dtsch Arztebl 2014; 111(35-36): A-1476 / B-1272 / C-1210

Burgstett, Oliver

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Im jährlichen Wechsel trägt die deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ihren Kongress entweder in Leipzig (2013) oder Hamburg (2014) aus. Seit letztem Jahr wird ein Jahrbuch als Kongresszusammenfassung frei an alle Teilnehmer verteilt.

Die 88 Autoren des Jahrbuchs stammen aus den entsprechenden Disziplinen der Intensiv- und Notfallmedizin (Anästhesiologie, Chirurgie, Innere Medizin, Neurologie und Pädiatrie), die Autorenschaft ist interprofessionell, auch Pfleger und Kardiotechniker sind darunter. Nur dadurch wird die gesamte Bandbreite des Faches abgedeckt; schließlich richtet sich das Buch, das sich auf dem aktuellen deutschsprachigen Wissensstand bewegt, zwar primär an Ärzte (in Ausbildung und als Facharzt), aber auch an andere Professionen.

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Das Jahrbuch ist in einen wissenschaftlichen und einen fortbildenden Teil untergliedert, beide sollten annähernd gleich gewichtet sein, was jedoch de facto nicht zutrifft (70 zu 350 Seiten). Der erste Teil befasst sich mit brandaktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen oder mit den Grenzgebieten der Intensiv- und Notfallmedizin (zum Beispiel „prolongierte Respiratorentwöhnung“, „Ethik bezüglich der Grenzen der Intensivtherapie“). Im zweiten Teil soll strukturierte Weiterbildung anhand eines Curriculums für den Weiterbildungsassistenten der Intensivmedizin vermittelt werden. Das gesamte relevante Fachwissen der Intensivmedizin soll durch fünf aufeinanderfolgende Jahrbücher abgedeckt werden, jedoch fehlt die Didaktik, der durchgehende rote Faden, nicht einmal ein Stichwortverzeichnis ist vorhanden.

Der Leser wird alleingelassen und versucht sich anhand ineinandergreifender Themen durchzuhangeln, was im Bereich des „akuten Koronarsyndrom“ auch gut klappt. Klare Aussagen, kurz und bündige Handlungsaufforderungen lassen einen behände von „Diagnostik“ über „Akuttherapie“ bis hin zur Komplikation des „kardiogenen Schocks“ durch den Dschungel des Fachgebiets schwingen. Versucht man Gleiches bei den „tachykarden Rhythmusstörungen“, reißt die Liane, und Tarzan stürzt ab – zu viele Details prasseln auf einen ein, und die Verwirrung ist größer als der Wissensgewinn. Gleiches gilt für die „ethischen Fragen zur Therapiebegrenzung“; nur bedingt wird der Weg zur Entscheidungsfindung gezeigt, am Ende bleiben mehr Fragen als Antworten.

Das Buch ist als Druckwerk sehr aktuell, verglichen mit den klassischen Lehrbüchern punktet es deutlich. Die Intensiv- und Notfallmedizin wird interdisziplinär durch die entsprechenden (Sub)-Spezialisten ausgeleuchtet und die handlungsrelevante Quintessenz auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft vermittelt. Seine Haltbarkeit trägt es bereits im Titel, obwohl es dauerhaft erhältlich bleiben soll. Als informativer Begleiter der Kongressteilnehmer überzeugt es, ob es auch einen Fortbildungsstandard setzen wird, muss die Zukunft zeigen. Oliver Burgstett

Stefan Kluge, Andreas Markewitz, Elke Muhl, Christian Putensen, Michael Quintel, Gerhard W. Sybrecht (Hrsg.): DIVI Jahrbuch 2013/2014. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2014, 438 Seiten, kartoniert, 49,95 Euro

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Avatar #703273
Nata S.
am Dienstag, 6. Oktober 2015, 22:33

Jetzt bin ich aber gespannt

Wer hat mein Kommentar gelöscht?
Avatar #703273
Nata S.
am Montag, 21. September 2015, 23:20

Sehr interessant!

Doktor Burgstett, ich habe gehört, Sie sind auch Spezialist in der Reflexzonenmassage und ihrer therapeutischen Ausprägung zu den alternativmedizinischen Behandlungsverfahren.
Können Sie zum Thema etwas empfehlen?

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