ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2014Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Chronikerprogramm Depression gefordert

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Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Chronikerprogramm Depression gefordert

PP 13, Ausgabe September 2014, Seite 389

Hillienhof, Arne

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Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) fordert ein Chronikerprogramm (Disease Management Program, DMP) für Depressionskranke und kritisiert den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) für seine Entscheidung, ein solches zunächst nicht aufzulegen.

In ihrem Koalitionsvertrag wurde die Entwicklung weiterer DMP für Krankheiten mit besonders großen Versorgungsproblemen angekündigt. Der G-BA gab nun bekannt, rheumatoide Arthritis, chronische Herzinsuffizienz, Osteoporose und Rückenschmerz auf ihre Eignung für strukturierte Behandlungsprogramme zu prüfen.

Laut Dr. med. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA, bedeutet die Entscheidung weder, dass für die genannten Erkrankungen zwangsläufig DMPs entwickelt werden, noch, dass keine weiteren Vorschläge geprüft werden. Ein DMP Depression werde es vorerst jedoch nicht geben. Der G-BA begründete seine Entscheidung damit, dass momentan die Richtlinie Psychotherapie überarbeitet werde. Außerdem gebe es keine evaluierten Selbsthilfeprogramme für Depressionspatienten, und es existiere international wenig Erfahrung mit DMPs bei dieser Indikation – beides gesetzliche Vorgaben zur Entwicklung strukturierter Behandlungsprogramme.

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Beides ist laut DGPPN aber falsch, die Begründung des G-BA gebe nicht den Stand der internationalen Forschung wieder. Es liege eine Vielzahl unterschiedlicher evidenzbasierter Konzepte und Anwendungsmöglichkeiten von Psychoedukation bei Depression vor. hil

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