ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2014Psychotherapeuten in Ausbildung: Professioneller Umgang mit sozialen Netzwerken

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Psychotherapeuten in Ausbildung: Professioneller Umgang mit sozialen Netzwerken

PP 13, Ausgabe September 2014, Seite 420

MS

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Die meisten Psychologen und Psychotherapeuten in Ausbildung sind „Digital natives“: Sie sind mit dem Internet aufgewachsen und nutzen es intensiv für soziale Kontakte. Inwieweit sie dies auch im beruflichen Umfeld tun, haben die amerikanischen Psychologen Penelope Asay (Argosy University) und Ashwini Lal (California State Polytechnic University) untersucht. Sie befragten 407 Psychologen, die gerade eine Fortbildung zum klinischen Psychologen oder Psychotherapeuten absolvierten, und fanden heraus, dass die Hälfte mit ihren Kollegen mit Hilfe sozialer Netzwerke (zum Beispiel Facebook) kommunizierte. Viele von ihnen haben außerdem schon Internetrecherchen zu Kollegen, Patienten und Supervisoren durchgeführt und wurden ihrerseits von Kollegen und Patienten „gegoogelt“. Das veranlasste einige Befragte, die Informationen, die über sie im Internet zu finden waren, zu prüfen. Diejenigen, die den Eindruck hatten, dass sie eventuell zu viele private Informationen preisgaben oder womöglich einen falschen Eindruck bei den Patienten erweckten, bemühten sich mit Beginn der Ausbildung, solche Informationen zu entfernen, die Zugänge zu privaten Seiten zu sichern und ihre Profile neutral zu gestalten. „Obwohl sie selbst häufig online kommunizierten, war es der Mehrzahl der Befragten unangenehm, wenn sie während oder nach der Therapie von Patienten über soziale Netzwerke kontaktiert wurden“, berichten die Autoren. Auch hatten viele Befragte schon einmal ethische Fragen bezüglich sozialer Netzwerke oder Internetrecherchen im Rahmen ihrer Ausbildung diskutiert. Dennoch fühlten sie sich unsicher und wünschten sich mehr Unterstützung und klare Verhaltensrichtlinien, die sie auch den Patienten vermitteln konnten, um Online-Kontakte verbindlich zu regeln. ms

Asay P, Lal A: Who’s googled whom? Training and Education in Professional Psychology, Online first publication, 17.03.2014, http://dx.doi.org/10.1037/tep0000035

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