ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2014Trichotillomanie: Internetbasiertes Selbsthilfeprogramm

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Trichotillomanie: Internetbasiertes Selbsthilfeprogramm

PP 13, Ausgabe September 2014, Seite 420

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Trichotillomanie kann wirksam mit verhaltenstherapeutischen Methoden behandelt werden, etwa mit dem Habit-Reversal-Training. Da nicht jedem Patienten eine Psychotherapie möglich ist, haben amerikanische Psychologen eine gestufte Behandlung entwickelt, deren erster Teil aus einem internetbasierten Selbsthilfeprogramm (www.StopPulling.com) besteht. Das Programm umfasst klassische Elemente des Habit-Reversal-Trainings wie etwa Selbstbeobachtung von Verhalten, Gefühlen und Gedanken, die das Haareausreißen begleiten, Unterbrechung von Verhaltensketten, Training inkompatibler Reaktionen und Erlernen alternativer, nicht-schädigender Verhaltensweisen. 60 Trichotillomanie-Patienten testeten das Programm. Sie sollten vier Wochen lang mindestens drei Strategien pro Woche anwenden und sich selbst für Fortschritte belohnen. Die Teilnehmer konnten sich anschließend einem Habit-Reversal-Training unterziehen, das von Psychotherapeuten in Ausbildung durchgeführt wurde. Es beinhaltete unter anderem Selbstbeobachtung, Aufmerksamkeits-
und Stimuluskontrolltraining, Erlernen inkompatibler Reaktionen und Generalisierung. „Die Zufriedenheit mit der Behandlung war hoch“, berichten die Autoren. Besonders das Selbsthilfeprogramm fand Anklang, weil die Patienten es unabhängig von äußeren Rahmenbedingungen durchführen konnten. Mit Hilfe der gestuften Behandlung gelang es, die Krankheitsbelastung und das Ausmaß der kahlen Stellen bei den meisten Patienten zu reduzieren und ihre Lebensqualität zu erhöhen. Diese Effekte hielten einige Wochen an, allerdings kam es nach drei Monaten wieder zu Rückfällen. Die Autoren schließen daraus, dass die Intervention noch nicht wirksam genug ist und möglicherweise noch um eine dritte Behandlungsphase ergänzt werden sollte. ms

Rogers K, Banis M, Falkenstein M, Malloy E, McDonough L, Nelson S, Rusch N, Haaga D: Stepped care in the treatment of trichotillomania. Journal of Consulting and Clinical Psychology 2014; 82(2): 361–7.

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