ArchivDeutsches Ärzteblatt PP9/2014Psychotherapeuten: Positive und negative Stereotype

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Psychotherapeuten: Positive und negative Stereotype

PP 13, Ausgabe September 2014, Seite 421

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Es gilt als belegt, dass Menschen mit psychischen Störungen gelegentlich stigmatisiert werden. Wie aber steht es mit den Psychotherapeuten und Psychiatern selbst, und wie mit der Psychotherapie? Anhand einer Literaturrecherche, infolge derer zehn Studien ausgewertet wurden, kamen deutsche Psychologen um Susanne Prüß von der Universitätsklinik Greifswald zum Ergebnis, dass es einige positive und negative Stereotype zu den genannten Berufsgruppen und zur Psychotherapie gibt.

Zu den positiven Stereotypen zählt etwa die Sicht von Psychotherapeuten und Psychiatern als warme, kompetente Heiler, Elternfiguren und Zuhörer. Die Mehrheit der Öffentlichkeit nimmt Psychiater als unterstützend und vertrauensvoll wahr. Psychotherapie gilt als notwendig und hilfreich bei der Behandlung psychischer Störungen sowie als Methode der ersten Wahl. Viele Menschen können sich zudem vorstellen, selbst eine Psychotherapie zu machen.

Den negativen Stereotypen zuzurechnen ist die Meinung, Psychotherapeuten oder Psychiater wären selbst psychisch gestört und die wissenschaftliche Grundlage ihrer Tätigkeit wäre eher gering. Außerdem wird Psychotherapie zuweilen als ein wenig geplanter, lange dauernder und teurer Prozess angesehen, dessen Wirkung zweifelhaft ist.

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Trotz solcher Stereotypen sehen die Autoren keine ausreichenden Belege für das Vorliegen einer Stigmatisierung im eigentlichen Sinn. Eine Beschäftigung mit der eigenen Außenwirkung dient ihrer Meinung nach vor allem dazu, es zukünftigen Patienten zu ermöglichen, sich ein Bild von den Methoden und Behandlern zu machen und sich in Behandlung zu begeben. ms

Prüß S, Speerforck S, Bahlmann J, Freyberger H, Schomerus G: Werden Psychotherapeuten, Psychiater oder die Psychotherapie stigmatisiert? Psychotherapeut 2014; 59: 275–82.

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