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Herr Heer-Sonderhoff kritisierte, dass die Grundgesamtheit der Intensivstationen und operativen Abteilung über den 6-Jahres-Zeitraum nicht gleich geblieben sei, sondern zugenommen habe. Wir haben deshalb alles nochmals berechnet nur mit den Stationen/Abteilungen, die kontinuierlich Daten geliefert haben. Wir kommen zu vergleichbaren Ergebnissen. Der MRSA-Anteil bei nosokomialen S.-aureus-Infektionen sank – ebenfalls signifikant – in dieser Analyse sogar noch deutlicher: von 33 % MRSA im Jahr 2007 auf 27 % im Jahr 2012 (Wundinfektionen von 21 % auf 16 %, Sepsis von 37 % auf 32 % und Atemwegsinfektionen von 37 % auf 31 %).

Um die regionalen Unterschiede zu erklären, wollte Herr Heizmann folgende Parameter untersucht wissen: Unterschiede über den Zeitverlauf in der Struktur der Teilnehmer, in der Bevölkerungsdichte der Bundesländer, der Untersuchungsmethoden und des Pflege-Patientenschlüssels.

Diese Parameter haben sich entweder nicht verändert, haben keinen Einfluss oder wurden nicht abgefragt. Die Zusammensetzung der Teilnehmer ist über die Zeit gleich geblieben: Universitätsklinika machten zum Beispiel 7 % im Jahr 2007 aus und 6 % im Jahr 2012. Außerdem verändern sich unsere Ergebnisse nicht, wenn nur die Teilnehmer analysiert werden, die kontinuierlich Daten geliefert haben. In der Arbeit wurden nur der Anteil der nosokomialen MRSA-Infektionen betrachtet; deshalb spielt die Bevölkerungsdichte der Bundesländer keine Rolle. Die Untersuchungsmethoden und den Pflege-Patienten-Schlüssel haben wir nicht abgefragt, glauben jedoch nicht, dass sie sich so gravierend von Bundesland zu Bundesland (vielmehr eher von Krankenhaus zu Krankenhaus) unterscheiden als dass sie die regionalen Unterschiede erklären könnten. Der Altersschlüssel (Zahl der 65-Jährigen und Älteren je 100 Personen im Alter von 20 bis unter 65 Jahren) lag im Jahr 2008 in Berlin mit 29 am niedrigsten, obwohl dort der Anteil von MRSA an nosokomialen S.-aureus-Infektionen im Vergleich zu anderen Bundesländern signifikant höher war; demgegenüber ist der der Altersschlüssel in Brandenburg mit 35 relativ hoch, obwohl dort der Anteil von MRSA signifikant niedriger lag (1). Dies kann also nicht die regionalen Unterschiede begründen – große regionale Unterschiede, die auch in anderen Ländern wie USA oder Schweiz beschrieben wurden.

DOI: 10.3238/arztebl.2014.0615c

PD Dr. med. Elisabeth Meyer

Klinikhygiene, Klinikum München

Elisabeth.Meyer2@klinikum-muenchen.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Statistisches Bundsamt: www.destatis.de/laenderpyramiden/ Last accessed on 2 July 2014
2.
Meyer E, Schröder C, Gastmeier P, Geffers C: The reduction of nosocomial MRSA infection in Germany—an analysis of data from the Hospital Infection Surveillance System (KISS) between 2007 and 2012. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 331–6.
VOLLTEXT
1.Statistisches Bundsamt: www.destatis.de/laenderpyramiden/ Last accessed on 2 July 2014
2.Meyer E, Schröder C, Gastmeier P, Geffers C: The reduction of nosocomial MRSA infection in Germany—an analysis of data from the Hospital Infection Surveillance System (KISS) between 2007 and 2012. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 331–6.
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