ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2014Ärztlich assistierter Suizid: Außerparlamentarischer Vorstoß

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Ärztlich assistierter Suizid: Außerparlamentarischer Vorstoß

Dtsch Arztebl 2014; 111(37): A-1489 / B-1285 / C-1221

Richter-Kuhlmann, Eva

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Einige Palliativmediziner, Ethiker und Juristen wollen die Beihilfe zum Suizid bei schwerstkranken Patienten in Deutschland gesetzlich regeln und legten dazu Ende August einen Gesetzesvorschlag vor. Danach soll Hilfe zum Selbstmord grundsätzlich strafbar bleiben. Ärzte und nahe Angehörige sollen aber ausgenommen sein. Sie sollen schwerstkranken Menschen, die „an einer unheilbaren, zum Tode führenden Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung leiden“ unter strengen Voraussetzungen beim Suizid helfen dürfen.

Sterbezimmer einer Schweizer Sterbehilfeorganisation: Gewerbliche Hilfe zum Suizid soll in Deutschland verboten bleiben. Foto: laif
Sterbezimmer einer Schweizer Sterbehilfeorganisation: Gewerbliche Hilfe zum Suizid soll in Deutschland verboten bleiben. Foto: laif

Für den Arzt sieht der Entwurf mehrere Auflagen vor: Er muss die Freiwilligkeit des Suizidwunsches geprüft und den Patienten lebensorientiert über palliativmedizinische Möglichkeiten aufgeklärt haben. Außerdem muss ein zweiter unabhängiger Arzt hinzugezogen werden. Zwischen dem Aufklärungsgespräch und dem Wunsch nach Beihilfe müssen mindestens zehn Tage verstreichen. Jede Form der Werbung für Suizidbeihilfe soll verboten werden.

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Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, steht dem Entwurf kritisch gegenüber. Bei allen Vorschlägen sei immer zu prüfen, ob die Intention des § 216 Strafgesetzbuch (Tötung auf Verlangen) wie auch die besondere Vertrauensstellung des Arztes gegenüber seinen Patienten gewahrt bleibe. Nach der Berufsordnung hätten Ärzte die Aufgabe, das Leben zu erhalten sowie Sterbenden Beistand zu leisten. Mehrere SPD-Politiker signalisierten Zustimmung zu dem Gesetzentwurf. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) will jedoch jede Form organisierter Hilfe zur Selbsttötung verbieten. ER

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